Paul Bach (1866–1919)

Paul Richard Bach



Foto: Rudolph Dührkoop; Privatbesitz


Gebürtig aus Dresden besucht Paul Bach von 1884 bis 1889 die Kunstakademie in Düsseldorf. Er kommt aus wohlhabendem Haus. Nach dem Kunststudium zieht es ihn nach Paris, wo er bis 1894 arbeitet und sich weiter ausbilden lässt. Sein nächster Standort ist Berlin, wo er jedoch nur kurz verweilt, bis er für die nächsten 10 Jahre in München sesshaft wird. Dort lernt er den Maler Lovis Corinth (1858–1925) kennen, der bald sein Freund wird. Obwohl Bach nicht Mitglied der »Münchner Secession« wird, zeigt er seine Werke ab 1898 regelmäßig in den Ausstellungen des Vereins im königlichen Kunstausstellungsgebäude am Königsplatz. Er malt in Öl, es entstehen aber auch Pastelle und Aquarelle im impressionistischen Stil.

In den Erinnerungen des Malersohnes Thomas an Lovis Corinth findet sich auch eine Charakterstudie zu Paul Bach. Darin beschreibt er ihn als intimen Freund seines Vaters, der die Familie häufig besucht, Schach mit ihnen spielt und ein sehr freundliches, liebenswürdiges Wesen sowie einen feinen Humor hat. Diese Charakterzüge fängt Corinth in dem Porträt des Malers Paul Bach auf einfühlsame Art ein. Das Bildnis entsteht um 1900 in München, bevor Bach seinem Freund Corinth nach Berlin folgt. Bach wird ebenso wie Corinth Mitglied des Deutschen Künstlerbunds, der sich 1903 gründet, sowie 1909 Mitglied der »Berliner Secession«. Er bleibt trotz der internen Streitereien in der »Berliner Secession«, die 1914 zur Abspaltung und Neugründung der »Freien Secession« führen, Mitglied der »Berliner Secession«.

Das Porträt als »Jägeroffizier« (WVZ 224) bleibt nicht das einzige Bild von der Hand des Freundes Corinth. In Berlin entsteht 1910 ein »Portraitkopf« (WVZ 427). Als Paul Bach am 7. März 1919 den Freitod wählt, fertigt Corinth am darauffolgenden Tag eine Zeichnung auf dem Totenbett an.

JL

02.10.2019

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