Karoline Wittmann (1913–1978)
Karoline Erlacher; Karolina Wittmann
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© Rechtsnachfolge Atelier Hostrup, München; Stiftungsfonds Karoline Wittmann im Buchheim Museum
Karoline Wittmann wird als Karoline Erlacher 1913 in München geboren. Nach ihrem Schulabschluss arbeitet sie zunächst im elterlichen Schreib- und Galanteriewarengeschäft in München-Bogenhausen. Der Kontakt zu den dort ihre Malmittel kaufenden Künstlern und ihre Ausstellungsbesuche im Münchner Glaspalast lassen den Wunsch in ihr reifen, Malerin zu werden. Gegen den Widerstand ihres Vaters, jedoch mit Unterstützung ihrer Mutter, besucht sie Ende der 1920er-Jahre die Malschule von Moritz Heymann (1870–1937), zu dessen Schülern ebenfalls Wolfgang von Websky (1895–1992) und Peter von Rawita-Ostrowski (1902–1964) gehören. Ab 1934 belegt Wittmann Abendkurse an der Münchner Akademie bei Max Mayrshofer (1875–1950). Hier trifft sie auf Luise Niedermeier (1908–1997), die eine enge Freundin wird. Heinrich von Zügel (1850–1941), der ebenfalls gelegentlich im Geschäft ihrer Eltern einkauft, bestärkt Erlacher darin, sich an der Münchner Akademie zu bewerben. Sie beginnt ihr Studium zum Sommersemester 1937, wird Schülerin von Anton Roth (1899–1971), Adolf Schinnerer (1876–1949) und Max Mayrshofer sowie Meisterschülerin von Julius Hess (1878–1957).
1938 heiratet Karoline Erlacher den Holzbildhauerei-Studenten Paul Wittmann (1911–1993) und zieht mit ihm nach München-Thalkirchen. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wird Paul Wittmann sehr bald zum Kriegsdienst einberufen und kehrt erst 1945 schwerkriegsgeschädigt aus amerikanischer Gefangenschaft zurück. In München verliert Karoline Wittmann in den Bombenangriffen auf ihr Atelier in der Akademie und ihre Wohnung große Teile ihres Frühwerks. Bis zum Sommersemester 1944 ist sie als Studentin an der Akademie eingeschrieben. Ob sie dort auch Lothar-Günther Buchheim (1918–2007) kennenlernt, der ab Herbst 1939 in München studiert, ist bisher nicht bekannt.
Wittmann ist nach dem Krieg als freie Künstlerin aktiv. Paul Wittmann gibt die eigene Laufbahn als Bildhauer zugunsten seiner Frau auf und sichert mit kunstgewerblichen Arbeiten und als Restaurator das Einkommen der Familie.
Wittmann wird Mitglied im Schutzverband Bildender Künstler, in der Neuen Münchener Künstlergenossenschaft (N.M.K.-G.), im Berufsverband Bildender Künstler (BBK) und in der Gemeinschaft Deutscher und Oesterreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen (GEDOK). In der jährlich stattfindenden GROSSEN KUNSTAUSSTELLUNG MÜNCHEN im Haus der Kunst stellt sie regelmäßig in der Sektion der Neuen Münchener Künstlergenossenschaft aus. Auch in der Ausstellung MÜNCHEN 1869–1958. AUFBRUCH ZUR MODERNEN KUNST ist sie als Mitglied der N.M.K.-G. 1958 mit einem Gemälde vertreten. 1955/56 ist eines ihrer Werke Teil der Wanderausstellung CONTEMPORARY WOMEN‘S PAINTING IN GERMANY, die von der GEDOK an drei Stationen in Indien gezeigt wird. Von 1947 bis zu ihrem Tod beteiligt Wittmann sich außerdem an den Ausstellungen des BBK.
1961 reist Wittmann auf Einladung von Luise Niedermeier mit ihr gemeinsam an den Gardasee. Es ist eine seltene Gelegenheit für die Künstlerin, außerhalb ihrer Geburtsstadt und Bayerns auf Motivsuche zu gehen.
Mitte der 1950er-Jahre wird bei Wittmann Schizophrenie diagnostiziert. In mehreren Klinikaufenthalten wird sie mit Elektroschocks behandelt und zeitweise entmündigt. Ihr Mann und ihr 1946 geborener Sohn Paul Maria können nur hilflos zusehen, wie ihre Schaffenskraft nach und nach erlischt und 1965 zum Erliegen kommt. Karoline Wittmann verstirbt bereits 1978 in München.
Im Jahr 2025 übergibt Paul Maria Wittmann den gesamten im Nachlass verbliebenen künstlerischen und biografischen Bestand – darunter Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken und Druckplatten sowie Porträtfotografien, Dokumente, Zeitungsartikel, ausgewählte Publikationen und eine ihrer aus dem Nachlass Zügels stammende Staffeleien sowie Malutensilien und persönliche Gegenstände als »Stiftungsfonds Karoline Wittmann« an die Buchheim Stiftung. Zugleich überträgt er das Urheberrecht am Werk Karoline Wittmanns auf die Stiftung.
RK
13.11.2025
1938 heiratet Karoline Erlacher den Holzbildhauerei-Studenten Paul Wittmann (1911–1993) und zieht mit ihm nach München-Thalkirchen. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wird Paul Wittmann sehr bald zum Kriegsdienst einberufen und kehrt erst 1945 schwerkriegsgeschädigt aus amerikanischer Gefangenschaft zurück. In München verliert Karoline Wittmann in den Bombenangriffen auf ihr Atelier in der Akademie und ihre Wohnung große Teile ihres Frühwerks. Bis zum Sommersemester 1944 ist sie als Studentin an der Akademie eingeschrieben. Ob sie dort auch Lothar-Günther Buchheim (1918–2007) kennenlernt, der ab Herbst 1939 in München studiert, ist bisher nicht bekannt.
Wittmann ist nach dem Krieg als freie Künstlerin aktiv. Paul Wittmann gibt die eigene Laufbahn als Bildhauer zugunsten seiner Frau auf und sichert mit kunstgewerblichen Arbeiten und als Restaurator das Einkommen der Familie.
Wittmann wird Mitglied im Schutzverband Bildender Künstler, in der Neuen Münchener Künstlergenossenschaft (N.M.K.-G.), im Berufsverband Bildender Künstler (BBK) und in der Gemeinschaft Deutscher und Oesterreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen (GEDOK). In der jährlich stattfindenden GROSSEN KUNSTAUSSTELLUNG MÜNCHEN im Haus der Kunst stellt sie regelmäßig in der Sektion der Neuen Münchener Künstlergenossenschaft aus. Auch in der Ausstellung MÜNCHEN 1869–1958. AUFBRUCH ZUR MODERNEN KUNST ist sie als Mitglied der N.M.K.-G. 1958 mit einem Gemälde vertreten. 1955/56 ist eines ihrer Werke Teil der Wanderausstellung CONTEMPORARY WOMEN‘S PAINTING IN GERMANY, die von der GEDOK an drei Stationen in Indien gezeigt wird. Von 1947 bis zu ihrem Tod beteiligt Wittmann sich außerdem an den Ausstellungen des BBK.
1961 reist Wittmann auf Einladung von Luise Niedermeier mit ihr gemeinsam an den Gardasee. Es ist eine seltene Gelegenheit für die Künstlerin, außerhalb ihrer Geburtsstadt und Bayerns auf Motivsuche zu gehen.
Mitte der 1950er-Jahre wird bei Wittmann Schizophrenie diagnostiziert. In mehreren Klinikaufenthalten wird sie mit Elektroschocks behandelt und zeitweise entmündigt. Ihr Mann und ihr 1946 geborener Sohn Paul Maria können nur hilflos zusehen, wie ihre Schaffenskraft nach und nach erlischt und 1965 zum Erliegen kommt. Karoline Wittmann verstirbt bereits 1978 in München.
Im Jahr 2025 übergibt Paul Maria Wittmann den gesamten im Nachlass verbliebenen künstlerischen und biografischen Bestand – darunter Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken und Druckplatten sowie Porträtfotografien, Dokumente, Zeitungsartikel, ausgewählte Publikationen und eine ihrer aus dem Nachlass Zügels stammende Staffeleien sowie Malutensilien und persönliche Gegenstände als »Stiftungsfonds Karoline Wittmann« an die Buchheim Stiftung. Zugleich überträgt er das Urheberrecht am Werk Karoline Wittmanns auf die Stiftung.
RK
13.11.2025
GROSSE KUNSTAUSSTELLUNG MÜNCHEN 1950, Ausst.-Kat. Haus der Kunst (19.07.–08.10.1950), München: Verlag F. Bruckmann, 1950
MÜNCHEN 1869–1958. AUFBRUCH ZUR MODERNEN KUNST. REKONSTRUKTION DER ERSTEN INTERNATIONALEN KUNSTAUSSTELLUNG 1869. LEIBL UND SEIN KREIS. VOM JUGENDSTIL ZUM BLAUEN REITER. GEGENWART, Ausst.-Kat. Haus der Kunst, München (21.06.–05.10.1958)
GROSSE KUNSTAUSSTELLUNG MÜNCHEN. OFFIZIELLER KATALOG, Ausst.-Kat. Haus der Kunst, München (19.06.–04.10.1959)
EXPRESSIVE GEGENSTÄNDLICHKEIT. SCHICKSALE FIGURATIVER MALEREI UND GRAPHIK IM 20. JAHRHUNDERT: WERKE AUS DER SAMMLUNG GERHARD SCHNEIDER, hrsg. v. Rolf Jessewitsch, Gerhard Schneider, Axel Wendelberger, m. Texten von Matthias Arnold, Dorit Litt, Gabriele Saure, Gerhard Schneider, Ausst.-Kat. Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück Felix-Nussbaum-Haus (25.02.–22.04.2001), Staatliche Galerie Moritzburg Halle Landeskunstmuseum Sachsen-Anhalt (03–05/2002), Gustav-Lübke-Museum Hamm (08–10/2002), Augustiner-Museum Freiburg i. Br. (11/2002–01/2003), Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Hansestadt Lübeck (Frühjahr 2003), Museum Baden, Solingen-Gräfrath (Herbst 2003), Bönen/Westfalen: Druck Verlag Kettler, 2001
Matthias Arnold: KAROLINE WITTMANN. LEBEN UND WERK DER MÜNCHNER MALERIN, 2. Auflage, München: Anderland Verlag, 2004
Ingrid von der Dollen: KAROLINE WITTMANN. 1913–1978. ZWEI FACETTEN EINER MALERIN, Veröffentlichung des Förderkreises Expressiver Realismus e. V., München, Tutzing: Edition Joseph Hierling, 2010
Ingrid von der Dollen: MALERINNEN DER SAMMLUNG JOSEPH HIERLING. BILDKUNST DER »VERSCHOLLENEN GENERATION«, hrsg. v. Förderkreis Expressiver Realismus e. V., München, Ausst.-Kat. Kunsthalle Schweinfurt, Schweinfurt (04.05.–02.09.2018); Neues Schloss Kißlegg, Allgäu (ab 04/2019), Tutzing: Edition Joseph Hierling, 2018
Ingrid von der Dollen: MALERINNEN DES EXPRESSIVEN REALISMUS. BILDKUNST DER »VERSCHOLLENEN GENERATION« SAMMLUNG JOSEPH HIERLING, Ausst.-Kat. Neues Schloss Kißlegg (14.04.–29.09.2019), Tutzing: Edition Joseph Hierling, 2019
Ingrid von der Dollen: ... UND SIE MALTEN DOCH! MALERINNEN DES EXPRESSIVEN REALISMUS. SAMMLUNG JOSEPH HIERLING ERGÄNZT DURCH SAMMLUNG FÖRDERVEREIN LEBENSWERK KÄTHE LOEWENTHAL E. V., Ausst.-Kat. Mädler Art Forum, Leipzig (12.05.–13.11.2021), Tutzing: Edition Joseph Hierling, 2021
Ingrid von der Dollen: KAROLINE WITTMANN 1913–1978. DAS MALERISCHE WERK DER MÜNCHNERIN, 2. erw. Auflage, Tutzing: Edition Joseph Hierling, 2025
MÜNCHEN 1869–1958. AUFBRUCH ZUR MODERNEN KUNST. REKONSTRUKTION DER ERSTEN INTERNATIONALEN KUNSTAUSSTELLUNG 1869. LEIBL UND SEIN KREIS. VOM JUGENDSTIL ZUM BLAUEN REITER. GEGENWART, Ausst.-Kat. Haus der Kunst, München (21.06.–05.10.1958)
GROSSE KUNSTAUSSTELLUNG MÜNCHEN. OFFIZIELLER KATALOG, Ausst.-Kat. Haus der Kunst, München (19.06.–04.10.1959)
EXPRESSIVE GEGENSTÄNDLICHKEIT. SCHICKSALE FIGURATIVER MALEREI UND GRAPHIK IM 20. JAHRHUNDERT: WERKE AUS DER SAMMLUNG GERHARD SCHNEIDER, hrsg. v. Rolf Jessewitsch, Gerhard Schneider, Axel Wendelberger, m. Texten von Matthias Arnold, Dorit Litt, Gabriele Saure, Gerhard Schneider, Ausst.-Kat. Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück Felix-Nussbaum-Haus (25.02.–22.04.2001), Staatliche Galerie Moritzburg Halle Landeskunstmuseum Sachsen-Anhalt (03–05/2002), Gustav-Lübke-Museum Hamm (08–10/2002), Augustiner-Museum Freiburg i. Br. (11/2002–01/2003), Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Hansestadt Lübeck (Frühjahr 2003), Museum Baden, Solingen-Gräfrath (Herbst 2003), Bönen/Westfalen: Druck Verlag Kettler, 2001
Matthias Arnold: KAROLINE WITTMANN. LEBEN UND WERK DER MÜNCHNER MALERIN, 2. Auflage, München: Anderland Verlag, 2004
Ingrid von der Dollen: KAROLINE WITTMANN. 1913–1978. ZWEI FACETTEN EINER MALERIN, Veröffentlichung des Förderkreises Expressiver Realismus e. V., München, Tutzing: Edition Joseph Hierling, 2010
Ingrid von der Dollen: MALERINNEN DER SAMMLUNG JOSEPH HIERLING. BILDKUNST DER »VERSCHOLLENEN GENERATION«, hrsg. v. Förderkreis Expressiver Realismus e. V., München, Ausst.-Kat. Kunsthalle Schweinfurt, Schweinfurt (04.05.–02.09.2018); Neues Schloss Kißlegg, Allgäu (ab 04/2019), Tutzing: Edition Joseph Hierling, 2018
Ingrid von der Dollen: MALERINNEN DES EXPRESSIVEN REALISMUS. BILDKUNST DER »VERSCHOLLENEN GENERATION« SAMMLUNG JOSEPH HIERLING, Ausst.-Kat. Neues Schloss Kißlegg (14.04.–29.09.2019), Tutzing: Edition Joseph Hierling, 2019
Ingrid von der Dollen: ... UND SIE MALTEN DOCH! MALERINNEN DES EXPRESSIVEN REALISMUS. SAMMLUNG JOSEPH HIERLING ERGÄNZT DURCH SAMMLUNG FÖRDERVEREIN LEBENSWERK KÄTHE LOEWENTHAL E. V., Ausst.-Kat. Mädler Art Forum, Leipzig (12.05.–13.11.2021), Tutzing: Edition Joseph Hierling, 2021
Ingrid von der Dollen: KAROLINE WITTMANN 1913–1978. DAS MALERISCHE WERK DER MÜNCHNERIN, 2. erw. Auflage, Tutzing: Edition Joseph Hierling, 2025

