Hermann Theodor Richter (1894–1943)


Über Hermann Theodor Richter ist nur wenig bekannt. In Oberpfannenstiel, heute Lauter-Bernsbach, im Erzgebirge geboren, studiert er 1922–1927 an der Kunstakademie Dresden bei Karl Albiker (1878–1961) Bildhauerei.
Im Frühjahr 1931 gehört er neben Wilhelm Rudolph und Bernhard Kretschmar zu den Gründungsmitgliedern der Neuen Dresdner Sezession 1931 und engagiert sich in deren Arbeitsausschuss. 1931 stellt er in der von der Galerie Arnold unterstützten Ausstellung im Dresdner Stadtmuseum »Sächsische Kunst in Handzeichnungen und Aquarellen« aus und im Juni/Juli 1932 ist er in der Ausstellung »Junge Dresdner Kunst« in der Galerie Neue Kunst Fides vertreten. Etwa gleichzeitig wird er Mitglied der Dresdner Sezession 1932 und beteiligt sich an den Ausstellungen 1932, 1933 und 1934. Er ist Mitglied im Ausschuss für die »Kunstausstellung Sachsen« 1933 und wird Geschäftsführer des Interessenkartells der Sächsischen Künstlerverbände. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wird er als der KPD nahe stehend eingestuft, und es werden Ermittlungen gegen ihn aufgenommen.
Richter stirbt 1943 während seines Militärdienstes in Dresden vermutlich von eigener Hand, seine Familie und sein gesamtes Werk fallen dem verheerenden Bombenangriff auf Dresden am 13. Februar 1945 zum Opfer. Gleichwohl konnte seine Kunst in der »Ersten Allgemeinen Deutschen Kunstausstellung Dresden 1946« gezeigt werden, die sich die Rehabilitierung der im Dritten Reich verfolgten Kunst zum Ziel gesetzt hatte und die einzige und letzte gesamtdeutsche Ausstellung vor der Teilung Deutschlands war.

RK

Literatur

Karin Müller-Kelwing: DIE DRESDNER SEZESSION 1932. EINE KÜNSTLERGRUPPE IM SPANNUNGSFELD VON KUNST UND POLITIK, Hildesheim, Zürich, New York: Georg Olms Verlag, 2010 [Studien zur Kunstgeschichte, Bd. 185 (Dissertation Technische Universität, Dresden, 2008)]