Motiv bei Bernried am Starnberger See

Ludwig Voltz

o. J.

Öl auf Karton

Bildmaß 27,0 x 38,0 cm
Rahmenmaß 44,4 x 56,3 x 7,0 cm


Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See


Inventarnummer: 0.00153

Malerei, Ölfarben

Ort: Europa, Deutschland, Bayern, Starnberger See, Bernried


Sammlungsbereich: Gemälde

Künstler/in: Voltz


Reproduktion: Nikolaus Steglich, Starnberg
Klicken Sie auf die Abbildung, um die Werkgalerie zu öffnen.

Beschreibung

Das Landschaftsbild von Ludwig Voltz stellt einen See dar, der eingebettet vor einer grünen Anhöhe mit Bäumen liegt. Weder die Darstellung eines Tieres noch eines Menschen stören die Ruhe der Natur, die hier Bildthema ist. Auf der Bildrückseite ist das Gemälde mit dem Titel bezeichnet, unter dem es in der Sammlung des Buchheim Museums geführt und ausstellt wird: Motiv bei Bernried am Starnberger See.

Der Maler, Ludwig Voltz, stammte aus einer weit verzweigten Malerfamilie mit drei Brüdern. Sein älterer Bruder, Johann Friedrich Voltz (1817–1886) wurde durch Tierdarstellungen berühmt, sein Vater, Johann Michael Voltz (1784 –1872) war Maler, Radierer und Illustrator. Anders als seine beiden Brüder blieb Ludwig Voltz unverheiratet. Nach seinem Tod wurde ein Teil des Nachlasses über die Galerie Helbing in München am 27.11.1912 veräußert. Das hier recherchierte Bild muss jedoch im Familienbesitz verblieben sein, wie ein Nachlasstempel auf der Bildrückseite dokumentiert. Dieser bezieht sich auf einen Großneffen von Ludwig, Prof. Dr. med. Friedrich (1891–1938) Voltz, der als Strahlenphysiker und Humanmediziner in München Karriere machte. Im Nachlass der Künstlerfamilie Voltz im Deutschen Kunstarchiv Nürnberg befinden sich Briefe von Prof. Friedrich Voltz’ Ehefrau, Mathilde (gest. 1981), genannt Hilde, aus denen hervorgeht, dass sich diese 1939 darum bemüht, Werke der Künstlerfamilie Voltz aus dem Nachlass ihres verstorbenen Mannes an städtische Einrichtungen in Bayern zu veräußert. So z. B. auch an die Stadtbibliothek Nürnberg oder das Deutsche Museum. Nach freundlicher Auskunft des Kurators der Kunstsammlungen Nürnberg sind mehrere Blätter im Bestand mit ebendiesem Nachlasstempel versehen, der den eigenen Unterlagen nach 1964 von der Stadtbibliothek Nürnberg erworben wurde. Auch das Bild der Sammlung Buchheim stammt aus dem Nachlass des Münchner Mediziners Voltz. Der Zeitpunkt, zu dem Hilde Voltz es veräußert, ist jedoch nicht überliefert und kann nur aufgrund des Umstandes, dass sie sich 1939 von mehreren Werken trennt, angenommen werden. Ob das Bild nach Hilde Voltz in den Besitz der Sammlung Käsbauer überging, die es am 20.09.2007 laut freundlicher Auskunft einer Mitarbeiterin im Auktionshaus Neumeister in München auf der Varia-Auktion 175 als Nr. 2913 zum Verkauf anbot oder ob es noch einen Zwischenbesitzer gegeben hat, konnte im Rahmen des Forschungsprojektes nicht geklärt werden. Diethild Buchheim (1922–2014) erwirbt die Landschaft im September 2007 bei Neumeister für DM 650,-.

Die Provenienz des Gemäldes kann, insbesondere vor 1938/39 nicht lückenlos rekonstruiert werden. Da es jedoch nachweislich aus dem Familiennachlass der Künstlerfamilie Voltz stammt, kann ein NS-verfolgungsbedingter Entzug zwischen 1933 und 1945 weitgehend ausgeschlossen werden. Die Herkunft des Gemäldes sollte bei Gelegenheit weiter erforscht werden.

JL

Beschriftungen

rekto u. l. signiert (in brauner Farbe): L. Voltz
verso o. l. beschriftet (um 90° nach rechts gedreht, in Bleistift): 20
verso o. m. betitelt und beschriftet (in Bleistift): Motiv bei Bernried am Starnbergersee / von Ludwig Voltz
verso u. r. Klebeetikett (in blauem Kugelschreiber beschriftet): 175 [unterstrichen] / 216861
verso u. r. beschriftet (in Bleistift): Bei Bernried
verso u. r. Nass-Stempel (in Blau): Nachlaß / Prof. Fr. Voltz

Provenienz

o. D. –1938: Prof. Dr. med. Friedrich Voltz (1891–1938), München, vmtl. erworben aus dem Familiennachlass der Eltern Dr. Friedrich Voltz (1863–1923) und Elisabeth Vitzthum (o. Lebensdaten), München-Großhessellohe
1938–vmtl. um 1939: vmtl. Mathilde Voltz (gest. 1981), München-Solln, vmtl. erworben durch Erbnachlass von Prof. Dr. med. Friedrich Voltz (1891–1938)
[…]
o. D.–20.09.2007: »Käsbauer«
20.09.2007: Neumeister, München, Varia-Auktion 175, Nr. 2913, eingeliefert von »Käsbauer«
20.09.2007–08.03.2014: Diethild Buchheim (1922–2014), Feldafing, erworben bei Neumeister,
München, Varia-Auktion 175, Nr. 2913
seit 08.03.2014: Buchheim Stiftung, Feldafing/Bernried, erworben im Erbgang von Diethild Buchheim (1922–2014), Feldafing

JL

Literatur

Varia-Auktion 175, Neumeister Münchener Kunstauktionshaus (20.09.2007), Kat. Nr. 2913, Abb. S. 113, Erw. S. 113