Bei der Modistin
Karoline Wittmann (1913–1978)
1935
Farbige Kreide auf Papier
Bildmaß 43,3 x 53,2 cm
Rahmenmaß 71,4 x 81,5 x 2,5 cm
Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See / Dauerleihgabe aus der Sammlung Joseph Hierling
Inventarnummer: 1.11702L
Alternativer Titel: Hutmacherin (Kopie nach Edgar Degas)
Zeichnung, Farbige Pigmente
KVZ/WVZ: Meessen P1935/2
Künstler/in: Karoline Wittmann
© Buchheim Stiftung, Bernried; Reproduktion: Joseph Hierling
Beschreibung
Im Jahr 1935, zu Beginn ihres Studiums an der Akademie der Bildenden Künste München bei Adolf Schinnerer (1879–1949), fertigt Karoline Wittmann diese Kopie nach dem um 1885 entstandenen Gemälde »The Millinery Shop« von Edgar Degas an, das sich im Art Institute Chicago befindet. Die Motivwahl veranschaulicht Wittmanns Vorliebe für Hüte bzw. an modischen Accessoires. Im Archiv Karoline Wittmann ist eine Abbildung des Gemäldes als Lichtdruckpostkarte überliefert, der ihr als Bildvorlage gedient haben wird und über die werkbezogenen Abbildungen in der Sammlung Online des Buchheim Museums mit Vorder- und Rückseite zu sehen ist. Anders als Degas verwendet Wittmann für ihre Darstellung einer Hutmacherin bei der Arbeit keine Ölfarbe auf Leinwand, sondern Pastellkreide auf Papier. Vermutlich gab es praktische Gründe für diese Entscheidung, da Zeichenmaterialien günstiger und leichter zu handhaben waren als Malmaterialien. Möglicherweise wusste Wittmann aber auch nicht, dass das Original mit Öl auf Leinwand gemalt war, denn auf der Rückseite der Lichtdruckpostkarte befinden sich keine Angaben zur Technik, den Bildmaßen oder dem originalen Titel des Gemäldes »Chez la modiste«.Wittmanns Papierarbeit, die im Rahmen der Nachlassverwaltung zeitweise auch unter dem Titel »Hutmacherin« dokumentiert wurde, wird im Digitalen Verzeichnis von Wolfgang und Evelyn Meessen unter dem Titel »Bei der Modistin« als Meessen P1935/2 geführt. Die Kreidezeichnung verbleibt bis 1978 im Eigentum der Künstlerin, bis ihr Sohn, Paul Maria Wittmann (geb. 1942), es im Erbgang erwirbt.
Die Provenienz der Papierarbeit konnte – insbesondere für den Zeitraum von 1933 bis 1945 – auf Basis der vorliegenden Informationen lückenlos rekonstruiert werden. Sie wurde als unbedenklich eingestuft, da ein NS-verfolgungsbedingten Hintergrund ausgeschlossen werden konnte.
JL
12.02.2026
Beschriftungen
rekto u. r. signiert (in blauer Kreide): K. W.Rückwand o. l. Klebeetikett (bedruckt): Karoline Wittmann 1913-1978 / Bei der Modistin 1935 / Pastell/Pap. 43x53 cm WVZ P1935/2 / SAMMLUNG JOSEPH HIERLING
Rückwand o. l. Nass-Stempel (in Blau): EXLIBRIS / SAMMLUNG / JOSEPH / HIERLING [um Signet]
Rückwand o. m. l. Klebeetikett (bedruckt): Karoline Wittmann *1913+1978 / P WVZ 1935/2 / Hutmacherin / 43,5 x 53,0 cm / Kopie von Edgar Degas / French 1843-1917
Rückwand o. r. beschriftet (in Bleistift, um 90° nach links gedreht): Wittmann / 66,1 x 70
Rückwand m. Nass-Stempel (in Violett, in blauem Kugelschreiber beschriftet): Nachlaß / Karoline Wittmann / 1913 München 1978 / Werkverzeichnis Nr. P 1935/2 [eingekästelt]
Erwerb
seit 29.07.2025: Buchheim Stiftung, Bernried, übernommen aus der Sammlung Joseph Hierling nach Zustiftung durch Paul Maria Wittmann am 06.06.2024Literatur
Ingrid von Döllen: DIE VERFEMTEN MALERINNEN DES 20. JAHRHUNDERTS. ZUR KUNSTDIKTATUR DER NS-ZEIT, Tutzing: Edition Joseph Hierling, 2025, Abb. S. 184Evelyn und Wolfgang Meessen: DIGITALES ARCHIV KAROLINE WITTMANN, 2020ff., Kat. Nr. P1935/2, Abb. S. 3.1.2-49, Erw. S. 3.1.2-49


