Robert Lebeck (1929–2014)



© Archiv Robert Lebeck; (Ausschnitt)


Robert Lebeck wird in Berlin geboren. Aus der Kinderlandverschickung als 14-Jähriger zurückgeholt, erlebt er das letzte Kriegsjahr als Flakhelfer. Nach dem Krieg macht er in Donaueschingen Abitur und studiert Völkerkunde in Zürich und New York, hat jedoch wenig Freude am wissenschaftlichen Arbeiten. In den USA wird Lebeck auf Illustrierte wie LIFE, LOOK und THE NEW YORKER aufmerksam. Zurück in Deutschland versucht er es in Heidelberg mit einem Geologiestudium, merkt aber bald, dass ihm der Sinn mehr nach Reisen und Abenteuer steht als nach grauer Theorie.

Zum Geldverdienen arbeitet Lebeck im Hauptquartier der US-Armee. In seiner Freizeit beginnt er für dortige Zeitungen zu fotografieren. 1955 wird er Leiter des Frankfurter Redaktionsbüros der Illustrierten REVUE. 1960 wechselt er zu KRISTALL in Hamburg. Als Fotoreporter reist er für diese Zeitschrift 1960 durch Afrika, wo sich der Umbruch von europäischen Kolonien zu eigenständigen Staaten ankündigt. Seine Aufnahme des Kongolesen, der dem belgischen König den Säbel entwendet, wird zum Sinnbild der nach Unabhängigkeit strebenden Afrikaner. Neben seiner Arbeit für KRISTALL knüpft Lebeck Kontakte zum STERN. Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zeigt seine Fotografien 1962 erstmals in einer Ausstellung. 1966/67 lebt Lebeck als Korrespondent des STERN in New York. 1977/78 wird er einer der beiden Chefredakteure bei GEO. Den Rastlosen hält es jedoch nicht in einem Büro, er wird wieder Reporter für den STERN. In den 1990ern zieht Lebeck nach Südwestfrankreich, kehrt aber in den 2000ern nach Deutschland zurück und lebt fortan in Berlin.

Lebecks Fotografien sind in das kollektive Gedächtnis eingegangen, seine Porträts von Elvis Presley, Romy Schneider oder Willy Brandt gehören zu den Inkunabeln der Fotogeschichte. 1991 erhält der den Dr.-Erich-Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie, 2002 ist er einer der Preisträger des Annual Infinity Award des International Center of Photography und 2007 wird ihm als erstem Fotografen überhaupt der Henri-Nannen-Preis für sein Lebenswerk verliehen.
2009 wird Lebeck im Martin-Gropius-Bau eine umfangreiche Retrospektive ausgerichtet.

Seine Beschäftigung mit der Fotografie führt Robert Lebeck auch zum Sammeln. Er baut eine herausragende Kollektion an Fotografien des 19. Jahrhunderts und von Zeitschriften und Illustrierten auf, die die Geschichte der Fotoreportage veranschaulicht. Die Fotografien aus der Anfangszeit des Mediums werden 1994 vom Museum Ludwig in Köln angekauft, die Zeitschriftensammlung 2016 vom Land Berlin.

RK
Biografie

Robert Lebeck wird in Berlin geboren. Aus der Kinderlandverschickung als 14-Jähriger zurückgeholt, erlebt er das letzte Kriegsjahr als Flakhelfer. Nach dem Krieg macht er in Donaueschingen Abitur und studiert Völkerkunde in Zürich und New York, hat jedoch wenig Freude am wissenschaftlichen Arbeiten. In den USA wird Lebeck auf Illustrierte wie LIFE, LOOK und THE NEW YORKER aufmerksam. Zurück in Deutschland versucht er es in Heidelberg mit einem Geologiestudium, merkt aber bald, dass ihm der Sinn mehr nach Reisen und Abenteuer steht als nach grauer Theorie.

Zum Geldverdienen arbeitet Lebeck im Hauptquartier der US-Armee. In seiner Freizeit beginnt er für dortige Zeitungen zu fotografieren. 1955 wird er Leiter des Frankfurter Redaktionsbüros der Illustrierten REVUE. 1960 wechselt er zu KRISTALL in Hamburg. Als Fotoreporter reist er für diese Zeitschrift 1960 durch Afrika, wo sich der Umbruch von europäischen Kolonien zu eigenständigen Staaten ankündigt. Seine Aufnahme des Kongolesen, der dem belgischen König den Säbel entwendet, wird zum Sinnbild der nach Unabhängigkeit strebenden Afrikaner. Neben seiner Arbeit für KRISTALL knüpft Lebeck Kontakte zum STERN. Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zeigt seine Fotografien 1962 erstmals in einer Ausstellung. 1966/67 lebt Lebeck als Korrespondent des STERN in New York. 1977/78 wird er einer der beiden Chefredakteure bei GEO. Den Rastlosen hält es jedoch nicht in einem Büro, er wird wieder Reporter für den STERN. In den 1990ern zieht Lebeck nach Südwestfrankreich, kehrt aber in den 2000ern nach Deutschland zurück und lebt fortan in Berlin.

Lebecks Fotografien sind in das kollektive Gedächtnis eingegangen, seine Porträts von Elvis Presley, Romy Schneider oder Willy Brandt gehören zu den Inkunabeln der Fotogeschichte. 1991 erhält der den Dr.-Erich-Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie, 2002 ist er einer der Preisträger des Annual Infinity Award des International Center of Photography und 2007 wird ihm als erstem Fotografen überhaupt der Henri-Nannen-Preis für sein Lebenswerk verliehen.
2009 wird Lebeck im Martin-Gropius-Bau eine umfangreiche Retrospektive ausgerichtet.

Seine Beschäftigung mit der Fotografie führt Robert Lebeck auch zum Sammeln. Er baut eine herausragende Kollektion an Fotografien des 19. Jahrhunderts und von Zeitschriften und Illustrierten auf, die die Geschichte der Fotoreportage veranschaulicht. Die Fotografien aus der Anfangszeit des Mediums werden 1994 vom Museum Ludwig in Köln angekauft, die Zeitschriftensammlung 2016 vom Land Berlin.

RK

Literatur

Robert Lebeck mit Harald Willenbrock: RÜCKBLENDEN. ERINNERUNGEN EINES FOTOJOURNALISTEN, München, Düsseldorf: Econ, 1999

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