Provenienzforschung

Am Buchheim Museum der Phantasie wird seit Oktober 2017 Provenienzforschung im Rahmen von Förderprojekten des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste und der Landestelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern betrieben. Die Forschung findet auf Grundlage einer freiwilligen Selbstverpflichtung der privaten Buchheim Stiftung gegenüber der Washingtoner Erklärung von 1998 statt.

Gegenstand des Haupt-Projektes waren 163 Gemälde der Klassischen Moderne aus der Sammlung Buchheim, die vor 1946 oder in unbekanntem Jahr entstanden sind und die nicht von der Hand Lothar-Günther Buchheims oder seiner Mutter, der Künstlerin Charlotte Buchheim (1891–1964), stammen. Ziel ist die möglichst lückenlose Erforschung und nachhaltige Dokumentation der Vorbesitzer-Chronik dieser Gemälde für den Zeitraum 1933 bis 1945. Sollten dabei NS-verfolgungsbedingt entzogene Gemälde identifiziert werden, so wird eine faire und gerechte Lösung für die rechtmäßigen Eigentümer bzw. die heutigen Erbnachfolger und das Museum angestrebt.

Im Unterschied zu öffentlichen Sammlungen verfügen Privatsammlungen selten über Inventarbücher. So ist es auch in der Sammlung Buchheim. In dem erst nach dem Tod Diethild Buchheims an die Stiftung vererbten Archiv bzw. der Privatbibliothek wurden bisher auch kaum Ankaufsunterlagen aufgefunden. So musste und muss zuvorderst der Erwerbungskontext aller Kunstwerke durch das Ehepaar Buchheim recherchiert werden, um damit einen Ausgangspunkt für die Provenienzforschung zu ermitteln. Innerhalb der bis dato bewilligten Projektlaufzeit von 1 Jahr in Vollzeit, die sich durch Teilzeitumstellung bis Ende September 2019 erstreckte, ist es bereits gelungen, für eine Vielzahl der Gemälde konkrete Erwerbsnachweise sowie Vorbesitzer zwischen 1933 bis 1945 zu identifizieren, so dass ein NS-verfolgungsbedingter Entzug ausgeschlossen werden konnte. Für viele andere untersuchte Gemälde wird sich die Provenienz für den Zeitraum zwischen 1933 bis 1945 jedoch nicht eindeutig klären lassen, so dass diese aufgrund ihrer Provenienzlücken als »nicht zweifelsfrei unbedenklich« einzustufen sind. Die Herkunft dieser Gemälde muss weiter erforscht werden. Wir haben uns dazu entschlossen, auch diese Ergebnisse – wenn auch lückenhaft – schrittweise dann zu veröffentlichen, wenn die uns bis zu diesem Zeitpunkt bekannten Forschungsressourcen ausgeschöpft sind. Wir hoffen, mit Hilfe der Öffentlichkeit Lücken schließen zu können. Wir freuen uns sehr, dass das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste als alleiniger Förderer die Fortsetzung des Forschungsprojektes ab 01.10.2019 ermöglicht. Mit Projektende sollen dann alle Ergebnisse auf dieser Seite transparent zugänglich gemacht werden.

Das große Projekt wurde durch ein ebenfalls gefördertes kurzfristiges Projekt unterbrochen, das die im Herbst 2018 gezeigte Ausstellung DIX & PECHSTEIN. DER ERSTE WELTKRIEG IN BILDERN mit vorbereitet hat. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden nun dauerhaft in der Online-Sammlungsdatenbank publiziert.

Aus Gründen der Übersichtlichkeit und zur Wahrung des Datenschutzes wurde auf das Onlinestellen von Quellen verzichtet. Gern erteilen wir auf Nachfrage Auskunft.


Das Projekt Sammlung Online