Ernst Weiers (1909–1978)



Fotograf unbekannt (Ausschnitt); Familienarchiv


Ernst Weiers wird in Westfalen als Sohn eines Bauern und späteren Schleusenbauingenieurs geboren. 1928 beginnt er eine Lehre in einer Bank, die er aber bald abbricht. Er lernt Christian Rohlfs (1849–1938) und Karl Schmidt-Rottluff (1884–1976) kennen und geht nach Krefeld, um bei Johan Thorn Prikker (1868–1932) die Glasmalerei zu erlernen. 1929 wechselt er an die Kunstakademie Düsseldorf, wo er auf Vermittlung des Akademie-Leiters Walter Kaesbach (1879–1961) ein Stipendium erhält. Dort studiert er bei Heinrich Campendonk (1889–1957) und wird Meisterschüler bei Paul Klee (1879–1940), dem er 1933 nach dessen Entlassung in die Schweiz folgt. Weiers lebt zunächst in Bern, später in Ascona. Trotz einer Bürgschaft von Baron von der Heydt (1882–1964) wird Weiers 1935 nach Deutschland abgeschoben. Hier bieten sich ihm kaum Erwerbsmöglichkeiten. Er zieht nach Berlin, dann nach Westfalen und schließlich 1936 nach Bernried am Starnberger See. Bei Kriegsausbruch wird er zur Wehrmacht eingezogen. 1939 nimmt er am Polenfeldzug teil, später wird seine Division nach Russland, in die Normandie, nach Jersey, Italien und bei Kriegsende wieder an die Ostfront versetzt. Im heutigen Moldawien gerät Weiers in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1949 entlassen wird, woraufhin er zu seiner Familie nach Bernried zurückkehren kann. Die Kunsthistoriker Hans Konrad Röthel (1909–1982) und Werner Haftmann (1912–1999) werden zu Förderern. 1949 findet im Münchner Collecting Point der Amerikaner eine erste Ausstellung statt, 1950–1959 folgen Einzelausstellungen in der Galerie Franke. Auch Alex Vömel in Düsseldorf und Hanna Bekker vom Rath in Frankfurt am Main richten Weiers Ausstellungen in ihren Galerien aus. 1954 und 1960 kann Weiers auf den Biennalen in São Paulo und Venedig Werke zeigen. 1956 erhält er den Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen. Graf und Gräfin Faber-Castell erwerben seit den 1960er-Jahren viele seiner Werke. In gräflichem Auftrag gestaltet Weiers die Glasfenster der Patronatskirche derer von Faber-Castell in Stein bei Nürnberg. Weitere Glasfensteraufträge folgen. 1963 erleidet Weiers einen Schlaganfall, der kurzzeitig zu einer halbseitigen Lähmung führt, von dem er sich aber wieder erholt. 1977 erfährt der Künstler, dass er unheilbar krank ist. Er stirbt im Jahr darauf in Bernried.

RK
Biografie

Ernst Weiers wird in Westfalen als Sohn eines Bauern und späteren Schleusenbauingenieurs geboren. 1928 beginnt er eine Lehre in einer Bank, die er aber bald abbricht. Er lernt Christian Rohlfs (1849–1938) und Karl Schmidt-Rottluff (1884–1976) kennen und geht nach Krefeld, um bei Johan Thorn Prikker (1868–1932) die Glasmalerei zu erlernen. 1929 wechselt er an die Kunstakademie Düsseldorf, wo er auf Vermittlung des Akademie-Leiters Walter Kaesbach (1879–1961) ein Stipendium erhält. Dort studiert er bei Heinrich Campendonk (1889–1957) und wird Meisterschüler bei Paul Klee (1879–1940), dem er 1933 nach dessen Entlassung in die Schweiz folgt. Weiers lebt zunächst in Bern, später in Ascona. Trotz einer Bürgschaft von Baron von der Heydt (1882–1964) wird Weiers 1935 nach Deutschland abgeschoben. Hier bieten sich ihm kaum Erwerbsmöglichkeiten. Er zieht nach Berlin, dann nach Westfalen und schließlich 1936 nach Bernried am Starnberger See. Bei Kriegsausbruch wird er zur Wehrmacht eingezogen. 1939 nimmt er am Polenfeldzug teil, später wird seine Division nach Russland, in die Normandie, nach Jersey, Italien und bei Kriegsende wieder an die Ostfront versetzt. Im heutigen Moldawien gerät Weiers in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1949 entlassen wird, woraufhin er zu seiner Familie nach Bernried zurückkehren kann. Die Kunsthistoriker Hans Konrad Röthel (1909–1982) und Werner Haftmann (1912–1999) werden zu Förderern. 1949 findet im Münchner Collecting Point der Amerikaner eine erste Ausstellung statt, 1950–1959 folgen Einzelausstellungen in der Galerie Franke. Auch Alex Vömel in Düsseldorf und Hanna Bekker vom Rath in Frankfurt am Main richten Weiers Ausstellungen in ihren Galerien aus. 1954 und 1960 kann Weiers auf den Biennalen in São Paulo und Venedig Werke zeigen. 1956 erhält er den Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen. Graf und Gräfin Faber-Castell erwerben seit den 1960er-Jahren viele seiner Werke. In gräflichem Auftrag gestaltet Weiers die Glasfenster der Patronatskirche derer von Faber-Castell in Stein bei Nürnberg. Weitere Glasfensteraufträge folgen. 1963 erleidet Weiers einen Schlaganfall, der kurzzeitig zu einer halbseitigen Lähmung führt, von dem er sich aber wieder erholt. 1977 erfährt der Künstler, dass er unheilbar krank ist. Er stirbt im Jahr darauf in Bernried.

RK

Literatur

ERNST WEIERS – ZUM 100. GEBURTSTAG, hrsg. v. Gemeinde Bernried am Starnberger See, m. Texten von Martina Marschall, Katja Sebald, Ausst.-Kat. Rathaus und Galerie Marschall, Bernried am Starnberger See, 2009

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