Emil Rudolf Weiß (1875–1942)



Fotograf unbekannt; aus: Eberhard Hölscher: DER SCHRIFT- UND BUCHKÜNSTLER EMIL RUDOLF WEIß, Berlin, Leipzig, [1941], Bibliothek des Buchheim Museums der Phantasie


Emil Rudolf Weiß wird in Lahr, in Baden geboren. Von 1893–1903 studiert er an der Großherzoglich Badischen Akademie in Karlsruhe, der Acedémie Julian in Paris sowie der Königlichen Akademie in Stuttgart. Er ist Meisterschüler von Hans Thoma (1839–1924) und Leopold Graf Kalckreuth (1855–1928). Zu seinen Kommilitonen zählen Carl Hofer (1878–1955) und Wilhelm Laage (1868–1930). In Karlsruhe befreundet Weiß sich auch mit dem späteren Verleger Eugen Diederichs (1867–1930). Neben seinem Studium schreibt er Gedichte und ist bereits buchkünstlerisch tätig. So wirkt er an der Zeitschrift »Pan« mit. Von 1902–1909 wird Weiß vom Wintherturer Industriellen Theodor Reinhart (1849–1919) mäzenatisch unterstützt.
1903 beruft Karl Ernst Osthaus (1874–1921) Weiß an die Malschule seines privaten Folkwang-Museums in Hagen. Parallel zu seinem Lehrberuf entwirft er Sammelbilder für die Kölner Schokoladenfabrik Stollwerck und gestaltet Bücher für den S. Fischer Verlag Berlin, Eugen Diederichs in Jena und den Herrmann Schaffstein Verlag in Köln. 1904 nimmt Weiß an der ersten Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes in München teil. 1907 wechselt er von Hagen an die Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbemuseums und wird drei Jahre später Professor an der Kunstgewerbeschule, den späteren Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst. Bis 1933, als die Nationalsozialisten ihm das Lehramt entziehen, unterrichtet er dort dekorative Wandmalerei und Musterzeichnen. 1919 lehnt Weiss die Berufung zum Direktor der Badischen Kunstgewerbeschule in Karlsruhe ab.
Befreundet mit dem einflussreichen Kunsthistoriker und Kunstschriftsteller Julius Meier-Graefe (1837–1935) ist Weiß vielfach für die Marées-Gesellschaft tätig. Gemeinsam mit seiner zweiten Frau, der Bildhauerin Renée Sintenis (1888–1965) gestaltet er beispielsweise die Gedichte der Sappho für die Gesellschaft. 1922 wird Weiß in die Preußische Akademie der Künste aufgenommen. 1927 ist er Mitbegründer der »Badischen Secession«.
Weiß unterscheidet nicht zwischen freier und angewandter Kunst. Er entwirft mehrere Schriften, darunter die heute noch gebräuchliche Weiß-Antiqua, gestaltet Münzen, entwirft Bucheinbände und Signets für zahlreiche Verlage. Gleichzeitig ist er auch als Maler und Druckgrafiker tätig und wird u. a. von der Galerie Alfred Flechtheim vertreten.

RK
Biografie

Emil Rudolf Weiß wird in Lahr, in Baden geboren. Von 1893–1903 studiert er an der Großherzoglich Badischen Akademie in Karlsruhe, der Acedémie Julian in Paris sowie der Königlichen Akademie in Stuttgart. Er ist Meisterschüler von Hans Thoma (1839–1924) und Leopold Graf Kalckreuth (1855–1928). Zu seinen Kommilitonen zählen Carl Hofer (1878–1955) und Wilhelm Laage (1868–1930). In Karlsruhe befreundet Weiß sich auch mit dem späteren Verleger Eugen Diederichs (1867–1930). Neben seinem Studium schreibt er Gedichte und ist bereits buchkünstlerisch tätig. So wirkt er an der Zeitschrift »Pan« mit. Von 1902–1909 wird Weiß vom Wintherturer Industriellen Theodor Reinhart (1849–1919) mäzenatisch unterstützt.
1903 beruft Karl Ernst Osthaus (1874–1921) Weiß an die Malschule seines privaten Folkwang-Museums in Hagen. Parallel zu seinem Lehrberuf entwirft er Sammelbilder für die Kölner Schokoladenfabrik Stollwerck und gestaltet Bücher für den S. Fischer Verlag Berlin, Eugen Diederichs in Jena und den Herrmann Schaffstein Verlag in Köln. 1904 nimmt Weiß an der ersten Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes in München teil. 1907 wechselt er von Hagen an die Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbemuseums und wird drei Jahre später Professor an der Kunstgewerbeschule, den späteren Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst. Bis 1933, als die Nationalsozialisten ihm das Lehramt entziehen, unterrichtet er dort dekorative Wandmalerei und Musterzeichnen. 1919 lehnt Weiss die Berufung zum Direktor der Badischen Kunstgewerbeschule in Karlsruhe ab.
Befreundet mit dem einflussreichen Kunsthistoriker und Kunstschriftsteller Julius Meier-Graefe (1837–1935) ist Weiß vielfach für die Marées-Gesellschaft tätig. Gemeinsam mit seiner zweiten Frau, der Bildhauerin Renée Sintenis (1888–1965) gestaltet er beispielsweise die Gedichte der Sappho für die Gesellschaft. 1922 wird Weiß in die Preußische Akademie der Künste aufgenommen. 1927 ist er Mitbegründer der »Badischen Secession«.
Weiß unterscheidet nicht zwischen freier und angewandter Kunst. Er entwirft mehrere Schriften, darunter die heute noch gebräuchliche Weiß-Antiqua, gestaltet Münzen, entwirft Bucheinbände und Signets für zahlreiche Verlage. Gleichzeitig ist er auch als Maler und Druckgrafiker tätig und wird u. a. von der Galerie Alfred Flechtheim vertreten.

RK

Literatur

IM KAMPF UM DIE KUNST. DIE ANTWORT AUF DEN »PROTEST DEUTSCHER KÜNSTLER«. MIT BEITRÄGEN DEUTSCHER KÜNSTLER, GALERIELEITER, SAMMLER UND SCHRIFTSTELLER, München: R. Piper & Co. Verlag, 1911, S. 40

Eberhard Hölscher: DER SCHRIFT- UND BUCHKÜNSTLER EMIL RUDOLF WEIß, Berlin, Leipzig: Verlag für Schriftkunde Heintze und Blankertz, [1941] (Monographien künstlerischer Schrift, Bd. 8)

EMIL RUDOLF WEISS 1875–1942. MALEREI– GRAPHIK, BUCH- UND SCHRIFTGESTALTUNG, hrsg. v. Barbara Stark, m. Texten von Bernhard Maier, Barbara Stark, Gustav Stresow, Birgit Schulte, Ausst.-Kat. Galerie der Stadt Sindelfingen (19.09.–08.11.1992), Galerie der Stadt Lahr (22.11.1992–06.01.1993), Karl Ernst Osthaus Museum Hagen (30.01.–14.03.1993)

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Galerie


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