Fritz Bleyl (1880–1966)

Hilmar Friedrich Wilhelm Bleyl



Fotograf unbekannt (Ausschnitt); Privatarchiv


Fritz Bleyl wird in Zwickau geboren. Schon als Gymnasiast zeigt er großes Zeichentalent. Ein Onkel und seine Großmutter ermöglichen ihm ein Architekturstudium an der Technischen Universität in Dresden. Hier trifft er auf Ernst Ludwig Kirchner und eine enge Freundschaft beginnt. Zwei jüngere Kommilitonen erweitern bald den Freundeskreis: 1904 Erich Heckel, 1905 Karl Schmidt. Gemeinsam zeichnen sie, tauschen sich über Ausstellungen und Literatur aus. 1905 schließen Bleyl und Kirchner ihr Studium erfolgreich ab. Kurz darauf gründen sie mit Heckel und Schmidt, der sich nun Schmidt-Rottluff nennt, die »Künstlergruppe Brücke«. Bleyl gestaltet viele der frühen Drucksachen der »Brücke«, so die erste Mitgliedskarte für passive Mitglieder und das Plakat der Ausstellung im Schauraum der Lampenfabrik Seifert in Dresden-Löbtau. Um eine Familie gründen zu können, gleichzeitig aber auch sein Künstlerdasein nicht ganz aufgeben zu müssen, sucht Bleyl nach einer Stelle in einem künstlerischen Lehrberuf. Ab Herbst 1906 findet er sie an der Bauschule und Kunstgewerblichen Tischlerfachschule in Freiberg. Zwar nimmt er zunächst weiterhin an den Ausstellungen der »Brücke« teil, nach seiner Hochzeit im August 1907 bricht der Kontakt jedoch ab. Bleyl ist weiterhin als Künstler tätig, besonders auf Reisen findet er die Zeit zum Zeichnen. 1910–1915 arbeitet Bleyl in Architekturbüros in Dresden und Laage bei Rostock. Mit Unterstützung seiner Tante kann Bleyl 1915/16 bei Cornelius Gurlitt in Dresden promovieren. Er bewirbt sich an der Baugewerkschule Berlin-Neukölln, wird angenommen, doch kurz darauf zum Kriegsdienst einberufen. Nach drei Monaten an der Front in Ostpreußen wird er Leiter der Kriegsbeschädigten-Werkstätten in Görden bei Brandenburg. Nach dem Krieg kann Bleyl seine Stelle in Berlin-Neukölln antreten. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs unterrichtet er dort Freihandzeichnen, wird Studien- und Baurat. 1937 zieht Bleyl nach Berlin-Nikolassee. Das Haus wird im Zuge der Besatzung Berlins konfisziert. Bleyl zieht daraufhin zunächst nach Calbe, dann nach Zwickau, schließlich nach Westdeutschland. Ab 1951 lebt er in Schlebusch bei Leverkusen. 1959 zieht er aus gesundheitlichen Gründen nach Lugano in die Schweiz. Bleyl stirbt auf einer Reise im Krankenhaus in Bad Iburg bei Osnabrück.

RK
Biografie

Fritz Bleyl wird in Zwickau geboren. Schon als Gymnasiast zeigt er großes Zeichentalent. Ein Onkel und seine Großmutter ermöglichen ihm ein Architekturstudium an der Technischen Universität in Dresden. Hier trifft er auf Ernst Ludwig Kirchner und eine enge Freundschaft beginnt. Zwei jüngere Kommilitonen erweitern bald den Freundeskreis: 1904 Erich Heckel, 1905 Karl Schmidt. Gemeinsam zeichnen sie, tauschen sich über Ausstellungen und Literatur aus. 1905 schließen Bleyl und Kirchner ihr Studium erfolgreich ab. Kurz darauf gründen sie mit Heckel und Schmidt, der sich nun Schmidt-Rottluff nennt, die »Künstlergruppe Brücke«. Bleyl gestaltet viele der frühen Drucksachen der »Brücke«, so die erste Mitgliedskarte für passive Mitglieder und das Plakat der Ausstellung im Schauraum der Lampenfabrik Seifert in Dresden-Löbtau. Um eine Familie gründen zu können, gleichzeitig aber auch sein Künstlerdasein nicht ganz aufgeben zu müssen, sucht Bleyl nach einer Stelle in einem künstlerischen Lehrberuf. Ab Herbst 1906 findet er sie an der Bauschule und Kunstgewerblichen Tischlerfachschule in Freiberg. Zwar nimmt er zunächst weiterhin an den Ausstellungen der »Brücke« teil, nach seiner Hochzeit im August 1907 bricht der Kontakt jedoch ab. Bleyl ist weiterhin als Künstler tätig, besonders auf Reisen findet er die Zeit zum Zeichnen. 1910–1915 arbeitet Bleyl in Architekturbüros in Dresden und Laage bei Rostock. Mit Unterstützung seiner Tante kann Bleyl 1915/16 bei Cornelius Gurlitt in Dresden promovieren. Er bewirbt sich an der Baugewerkschule Berlin-Neukölln, wird angenommen, doch kurz darauf zum Kriegsdienst einberufen. Nach drei Monaten an der Front in Ostpreußen wird er Leiter der Kriegsbeschädigten-Werkstätten in Görden bei Brandenburg. Nach dem Krieg kann Bleyl seine Stelle in Berlin-Neukölln antreten. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs unterrichtet er dort Freihandzeichnen, wird Studien- und Baurat. 1937 zieht Bleyl nach Berlin-Nikolassee. Das Haus wird im Zuge der Besatzung Berlins konfisziert. Bleyl zieht daraufhin zunächst nach Calbe, dann nach Zwickau, schließlich nach Westdeutschland. Ab 1951 lebt er in Schlebusch bei Leverkusen. 1959 zieht er aus gesundheitlichen Gründen nach Lugano in die Schweiz. Bleyl stirbt auf einer Reise im Krankenhaus in Bad Iburg bei Osnabrück.

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Literatur

FRITZ BLEYL 1880–1966. MITBEGRÜNDER DER KÜNSTLERGRUPPE »BRÜCKE«, hrsg. v. Petra Lewey-Meier, Ausst.-Kat. Städtisches Museum Zwickau (7.11.1993–9.1.1994), Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen (12.2.–10.4.1994), 1993

Werke

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