Edward Cucuel (1879–1954)



Fotograf unbekannt; aus: Fritz von Ostini: Der Maler Edward Cucuel, Zürich, Wien, Leipzig, [1924], Frontispiz


Edward Cucuel wird in San Francisco als Sohn eines aus Frankreich eingewanderten Zeitungsverlegers geboren. Bereits in der Schule fällt er mit Karikaturen seiner Mitschüler und Lehrer auf und man nutzt sein Zeichentalent für Dekorationen von Abschlussfeiern. Im Alter von 14 Jahren beginnt Cucuel ein Studium and der Kunstakademie von San Francisco. Wenig später wird er als Illustrator beim SAN FRANCISCO EXAMINER angestellt, der vom Zeitungsmogul William Randolph Hearst (1863–1951) herausgegeben wird.

Als Siebzehnjähriger geht Cucuel mit Unterstützung seines Vaters nach Paris und besucht Kurse an der Académie Julian und der Académie Colarossi. An der École des Beaux-Arts wird er wenig später in die Klasse von Jean-Léon Gérôme (1824–1904) aufgenommen. 1896 kehrt Cucuel in die USA zurück und lässt sich in New York nieder, wo er wiederum als Illustrator sein Geld verdient. Schließlich geht er nach San Francisco und ist erneut für den EXAMINER tätig. Ein halbes Jahr später zieht es ihn jedoch zurück nach Europa. Er lebt in Paris und ist auch dort als Zeichner tätig. Gemeinsam mit William Chambers Morrow (1854–1923) gibt er das Buch BOHEMIAN PARIS OF TO-DAY heraus, das in London und Philadelphia erscheint. Nach einigen Monaten begibt sich Cucuel auf Reisen, fährt durch Nordfrankreich und nach Italien zum Studium der alten Meister. Von Italien aus beliefert er deutsche Zeitungen wie die LEIPZIGER ILLUSTRIERTE oder die LUSTIGEN BLÄTTER mit Zeichnungen. Schließlich geht er 1898 nach Berlin, ist auch dort für die Presse tätig und illustriert Bücher. Die ILLUSTRATED LONDON NEWS engagiert ihn als Korrespondenten auf dem Kontinent. 1904 begibt sich Cucuel auf Weltreise, die er mit zeichnerischer Berichterstattung unter anderem über die Weltausstellung in St. Louis finanziert. Anschließend fährt er nach Japan, China und Ceylon. Das verheerende Erdbeben von San Francisco führt ihn 1906 nochmals in seine Heimatstadt.

1907 zieht Cucuel nach München. Er wird Mitglied der Künstlervereinigung »Die Scholle« und freundet sich mit Leo Putz (1869–1940) an. Von ihm lernt er den Umgang mit der Farbe. Gemeinsam malen sie vier Sommer nach gleichen Motiven und Modellen bei Schloss Hartmannsberg am Chiemsee. Nun stellt Cucuel auch erfolgreich aus, 1912 in Paris und den USA, im Jahr darauf in der »Münchner Secession«. In San Francisco gewinnt eines seiner Bilder eine Silbermedaille. Während des Ersten Weltkriegs bleibt Cucuel in Deutschland und verbringt die Sommer fernab vom Kriegsgescheehn in Holzhausen am Ammersee. Seit 1918 besitzt er ein Anwesen in Starnberg und wechselt zwischen seinen Ateliers in München und dem Starnberger See. Zwischen 1928 und 1934 verbringt Cucuel die Wintermonate regelmäßig in New York. Seine gefälligen Gemälde von schönen Frauen, illustren Gesellschaften in sommerlicher Natur und romantischen bayerischen Landschaften finden viele Liebhaber.

1939, mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verlässt Cucuel Deutschland und Europa. Er lebt fortan zurückgezogen in Pasadena in Kalifornien.

RK

03.12.2021

Literatur

Fritz von Ostini: DER MALER EDWARD CUCUEL, Zürich, Wien, Leipzig: Amalthea-Verlag, 1924

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