Max Herrmann-Neiße (1886–1941)

Max Herrmann



Fotograf unbekannt; Universitäts- und Landesbibliothek Münster, S. Herrmann-Neiße 2,003-10


Der in Oberschlesien als Max Herrmann geborene Herrmann-Neiße zeigt bereits als Schüler eine Begabung zum Schreiben. So studiert er von 1905 bis 1909 Literatur- und Kunstgeschichte in München und Breslau. 1909 kehrt er ohne universitären Abschluss nach Neiße zurück, um dort als freischaffender Schriftsteller zu leben. Prägend für sein Leben und sein literarisches Werk ist, dass Herrmann-Neiße an Hyposomie, Kleinwüchsigkeit, leidet.

Ab 1911 veröffentlicht Herrmann Gedichte in den für moderne Literatur führenden Zeitschriften »Die Aktion« und »Pan«. Drei Jahre danach erscheint sein erster größerer Gedichtband »Sie und die Stadt« im S. Fischer Verlag. Herrmann erhält hierfür den Eichendorff-Preis. Nach dem unerwarteten Tod seines Vaters Ende 1916 und einige Monate später seiner Mutter, zieht Herrmann 1917 nach Berlin und fügt seither seinem Namen den seiner Heimatstadt bei. Neben Gedichten erscheinen nun auch Theaterstücke und Prosa von ihm. Kurz nach dem Reichstagsbrand verlässt Herrmann-Neiße Deutschland und emigriert über die Schweiz, die Niederlande und Frankreich nach London. Dort verstirbt er im April 1941 an den Folgen eines Herzinfarkts. Seine nachgelassenen Verse werden unter dem Titel »Letzte Gedichte« veröffentlicht.

JL