Fabrikstadt

Wilhelm Rudolph

o. J.

Öl auf Leinwand

Bildmaß 79,0 x 111,5 cm
Rahmenmaß 86,0 x 118,5 x 4,0 cm


Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See


Inventarnummer: 0.00331

Malerei, Ölfarben


Sammlungsbereich: Gemälde

Künstler/in: Rudolph


© Rechtsnachfolge Wilhelm Rudolph; Reproduktion: Nikolaus Steglich, Starnberg
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Beschreibung

Mit der »Fabrikstadt« stellt der Maler Wilhelm Rudolph (1889–1982), der Lothar-Günther Buchheims (1918–2007) Mentor war, genau das dar: eine Fabrikanlage, die wie eine eigene Stadtanlage voller Rauch in der Dunkelheit liegt oder ist es tatsächlich eine Stadt, in der sich Fabrik an Fabrik reiht? Die Industriegebäude ordnen sich um eine Grünfläche herum, die im Bildmittelpunkt angesiedelt ist. Es sind Häuser, aber auch eine unendliche Vielzahl an Fabrikschloten zu sehen, aus denen Rauchschwaden in den Himmel steigen. Die Fabrik läuft. Sie ist in Aktion. Die Fabrikstadt ist menschenleer.

Der Titel des Ölbildes ist auf der Bildrückseite neben der Signatur des Künstlers und seiner Anschrift überliefert: Wilhelm Rudolph – Dresden / Brühlsche Terrasse / Akademie / »Fabrikstadt«. Rudolph bekommt 1932 eine Professur an der Desdner Akademie, die ihm 1938 verbunden mit einem Ausstellungsverbot von den Nationalsozialisten aberkannt wird. In diesem Zeitraum, in dem Rudolph an der Akademie tätig ist, muss die »Fabrikstadt« entstanden sein. Ob es sich bei der Stadt um einen realen Ort handelt oder eine Phantasie, ist nicht überliefert.

Ebenso wenig ist der Erwerbungskontext für das Bild belegt. Vertiefte Literatur- und Ausstellungsrecherchen erbrachten keine Hinweise für die Provenienz. Eine Primärquelle, die in den »Künstlerbriefen« aus dem Privatarchiv der Eheleute Buchheim gefunden werden konnte, ermöglicht zumindest eine zeitliche Eingrenzung des Erwerbungszeitraums auf »nach 04/1964«. Denn Buchheim erhält einen Brief von Fritz Henker vom 09.04.1964, in dem dieser ihn nach Leihgaben von Wilhelm Rudolph für eine Ausstellung in Stuttgart fragt. Buchheim, in dessen Verlag in Feldafing eine Publikation des Dresdner Verlgs der Kunst von 1958 zu den Holzschnitten des Künstlers in Lizenz herausgibt, erwidert ihm, dass er keine Bilder von Wilhelm Rudolph besäße, sondern lediglich eine größere Sammlung von Holzschnitten. Aufgrund der persönlichen Beziehung, die Buchheim und Rudolph pflegten, ist es denkbar, dass Buchheim das Werk vom Künstler selbst oder seinem Nachlass erworben, vielleicht sogar geschenkt bekommen hat. Hinweise hierfür gibt es jedoch nicht.

So schließen auch diese Recherchen mit einer Provenienz, die aufgrund ihrer Lücken zwischen 1933 und 1945 nicht zeifelsfrei unbedenklich ist. Die Herkunft muss weiter erforscht werden. Bitte wenden Sie sich mit weiterführenden Hinweisen zu diesem Werk oder dem Künstler an die Projektmitarbeiterin bzw. Projektleitung.

JL

22.11.2021

Beschriftungen

rekto u. r. signiert (in schwarzer Farbe): W. Rudolph
verso o. betitelt und beschriftet (in schwarzer Farbe): Wilhelm Rudolph – Dresden / Brühlsche Terrasse / Akademie / »Fabrikstadt«
Keilrahmen o. l. Klebeetikett (in schwarzem Filzstift beschriftet): 4
Keilrahmen l. u. Klebeetikett (bedruckt): [Fragment]
Keilrahmen r. o. Nass-Stempel (in Schwarz): [...]
Keilrahmen u. m. Nass-Stempel (um 180° gedreht, in Schwarz): 18 [?]

Provenienz

[...]
nach 04/1964–08.03.2014: Lothar-Günther Buchheim (1918–2007), Feldafing
seit 08.03.2014: Buchheim Stiftung, Feldafing/Bernried, erworben im Erbgang von Diethild Buchheim (1922–2014), Feldafing

JL

Sammlung Buchheim