Kopf in Blau
aus der Serie »Heiligengesichte«

Alexej von Jawlensky

1918

Öl auf Malpappe

Bildmaß 37,6 x 29,2 cm
Rahmenmaß 57,3 x 49,7 x 4,5 cm


Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See


Inventarnummer: 0.00155

Alternativer Titel: Mystischer Kopf: Kopf in Blau; Mystical head: Head in blue

Malerei, Ölfarben

KVZ/WVZ: Werkstattverzeichnis H. G. 3/1918; Arbeitsheft 1919 Nr. 3; Jawlensky 987; Weiler 244


Sammlungsbereich: Gemälde

Künstler/in: Jawlensky

Serie: »Heiligengesichte«


Reproduktion: Nikolaus Steglich, Starnberg
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Beschreibung

Diese Darstellung » Kopf in Blau« entsteht als Teil einer Werkserie, in der sich Alexej von Jawlensky (1864–1941) ab ungefähr 1917 bis zu seinem Tod mit einer für ihn neuen malerischen Umsetzung von menschlichen Gesichtern beschäftigt: den »Heiligengesichten« oder »Mystischen Köpfen«. Dabei abstrahiert er in diesem Ölbild die Physiognomie des Gesichtes, es sind keine persönlichen Merkmale mehr zu erkennen: blaue Augen leuchten den Betrachter an, aus einem Gesicht, dessen Nase mit einem orangenen Strich dargestellt ist. Die Komposition ist in der Fläche angelegt, eine Bildwirkung wird durch den Einsatz von Farbe erzielt.
Der »Kopf in Blau«, aus der Serie »Heiligengesichten«, wie das Bild verso von Lisa Kümmel (189 –1944), Jawlenskys Werkstattassistentin und -freundin handschriftlich betitelt ist, wird im Werkverzeichnis von Maria Jawlensky, Lucia Pieroni-Jawlensky und Angelica Jawlensky als »Mystischer Kopf: Kopf in Blau« geführt. Es stammt gemäß ihren Angaben aus dem Nachlass des Künstlers. Diese Herkunftsangabe erfolgt undatiert, ließ sich aber durch fortgesetzte Literaturrecherchen ergänzen. So geht das Bild gemäß der Provenienzangaben aus den Auktionskatalogen von Christie’s, London, vom 29.11.1982 und Christie’s, London, vom 07.02.2012 1959 in den Besitz von Andreas Jawlensky (1902–1984), Alexej Jawlenskys Sohn, über. Die Leonard Hutton Galleries in New York erwerben es 1967, wohl von Andreas Jawlensky. Zu einem unbekannten Zeitpunkt ist es Teil einer deutschen Privatsammlung, bevor es in der Auktion IMPRESSIONIST AND MODERN PAINTINGS AND SCULPTURE am 29.11.1982 als Nr. 25A zum Verkauf angeboten wird. Möglicherweise dort oder bei anderer Gelegenheit erwirbt es die Galerie Gmurzynska aus Köln, von der es der Privatsammler Hubertus Wald (1913–2005) aus Hamburg 1984 kauft. Es geht, ob vor oder mit seinem Tod 2005 ist ungesichert, in den Stiftungsbesitz der Hubertus Wald Stiftung über, die es im Rahmen einer Christie’s-Auktion am 07.02.2012 als Nr. 8 versteigern lässt. Als die Buchheim Stiftung es von der Galerie Thomas, München am 28.12.2016 erwirbt, stammt es laut Angabe im Kaufvertrag seit 2012 aus dem Vorbesitz von Siegfried Arnold (Lebensdaten unbekannt).

Die Provenienz zwischen 1933 und 1945 ist rekonstruierbar und unbedenklich. Sie schließt einen NS-verfolgungsbedingten Entzug aus. Da die Provenienz lückenlos ist, muss sie nicht mehr weiter erforscht werden.


JL

03.12.2021

Beschriftungen

rekto u. l. signiert (in schwarzer Farbe): A. J.
verso o. l. Nass-Stempel (in Blau): [...]
verso o. r. beschriftet (in Bleistift): 90643
verso r. o. Klebeetikett (Lisa Kümmel, in Tinte beschriftet): A. Jawlensky / 1918
verso r. m. betitelt (Lisa Kümmel, in Tusche): Heiligengesichte
verso m. signiert und betitelt (Lisa Kümmel, in Tusche): A. jawlensky / "Kopf in Blau" [unterstrichen]
verso u. l. beschriftet (in Bleistift): 3.
verso u. m. betitelt (in Tinte): Kopf in Blau
Rückwand u. m. beschriftet (in Bleistift): 90141 [durchgestrichen]
Rahmen verso o. l. Klebeetikett (bedruckt): Alexej von Jawlensky / "Mystischer Kopf. Kopf in Blau" / Öl auf leinenstrukturiertem Papier auf / 1918 / 36 x 28 cm/14 1/8 x 11 in. / monogrammiert unten rechts / Jawlensky 987 / 335839 / GALERIE / THOMAS / Maximilianstrasse 25 / 80539 Munich/Germany / Tel. : +49-089-29 000 80 / www.galerie-thomas.de
Rahmen verso o. m. r. Klebeetikett (bedruckt): [Phönix] Buchheim Museum / der Phantasie / Am Hirschgarten 1 / 82347 Bernried / Tel: 08158 - 99 70 0 / Fax: 08158 - 99 70 61 / E-Mail: info@buchheimmuseum.de / www.buchheimmuseum.de
Manschette verso o. r. Klebeetikett (in schwarzem Filzstift beschriftet): 0.00155
Rahmen verso l. m. Klebeetikett: [Reste]
Rahmen verso r. m. Nass-Stempel (in Schwarz): MTS65

Provenienz

1965–1967: Nachlass des Künstlers
1967–o. D.: Leonard Hutton Galleries, New York, erworben aus dem Nachlass des Künstlers
o. D.: Privatsammlung, Deutschland
o. D.: Galerie Gmurzynska, Köln
1984–o. D. : Hubertus Wald (1913–2005), Hamburg, erworben von Galerie Gmurzynska, Köln
o. D. : Hubertus Wald Stiftung, Hamburg (gegründet 1998)
07.02.2012: Christie's, London, Impressionist/Modern Evening Sale, Sale 8049, Nr. 8, eingeliefert von der Hubertus Wald Charitable Foundation
nach 2012–o. D.: Siegfried Arnold
o. D.–2016: Galerie Thomas, München
seit 28.06.2016: Buchheim Stiftung, Bernried/Feldafing, erworben durch Ankauf von der Galerie Thomas, München

JL

Ausstellungen

BRÜCKE & SECESSION, Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See, 27.11.2021–26.06.2022

DIE FARBEN DER AVANTGARDE, Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See, 10.07.2021–07.11.2021

JAWLENSKY, BECKMANN, KAUS – SAMMLUNG BUCHHEIM, Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See, 16.02.2019–05.05.2019

JAWLENSKY: KOPF IN BLAU – NEU IM BUCHHEIM MUSEUM, Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See, 16.07.2017–11.10.2017

ALEXEJ VON JAWLENSKY, Galerie Thomas, München, 06.11.2015–13.02.2016

DIE SAMMLUNG WALD, Kunsthalle, Hamburg, 2003

INDIVIDUALISMUS UND TRADITION. 1900–1945. KÜNSTLER IN DEUTSCHLAND, Württembergischer Kunstverein, Stuttgart, 18.09.1986–09.11.1986

MEISTERWERKE DER MODERNE, Galerie Gmurzynska, Köln, 06–07/1982

ALEXEJ JAWLENSKY, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München, 17.07.1964–13.09.1964

Literatur

ALEXEJ VON JAWLENSKY, Ausst.-Kat. Galerie Thomas, München (06.11.2015–13.02.2016), Abb. S. 52

SALE 8049. IMPRESSIONIST/MODERN; EVENING SALE, PROPERTIES FROM THE HUBERTUS WALD CHARITABLE FOUNDATION, THE COLLECTION OF ELIZABETH TAYLOR, FORMERLY IN THE COLLECTION OF MAX PALEVSKY, THE COLLECTION OF IRVING AND CHARLOTTE RABB, Christie's, London (07.02.2012), Kat. Nr. 8, Abb. S. 35, Erw. S. 34

DIE SAMMLUNG HUBERTUS UND RENATE WALD HAMBURG, Hamburg: Privatdruck, 1998, Abb. S. 25, Erw. S. 24

Maria Jawlensky, Lucia Pieroni-Jawlensky, Angelica Jawlensky: ALEXEJ VON JAWLENSKY. CATALOGUE RAISONNÉ OF THE OIL PAINTINGS, Bd. 2 1914–1933, München: Verlag C. H. Beck, 1992, Kat. Nr. 987, Abb. S. 246 o. l., Erw. S. 260

1900–1945: KÜNSTLER IN DEUTSCHLAND. INDIVIDUALISMUS UND TRADITION, hrsg. v. Tilman Osterwold, Ausst.-Kat. Württemberg. Kunstverein Stuttgart (18.09.–09.11.1986), Stuttgart, Wien, Bern: Cantz, 1986, Abb. S. 140

IMPRESSIONIST AND MODERN PAINTINGS AND SCULPTURE. THE PROPERTIES OF THE LATE MARY T. CHAMBERS AND CAROLINE RAKESTRAW, THE LATE SIR CLIFFORD CURZON, C. B. E., THE LATE SIR BASIL GOULDING, BT., DUBLIN, HIS ROYAL HIGHNESS PRINCE MICHAEL OF KENT, MADEMOISELLE CÉCILE DE ROTHSCHILD, PARIS, THE LATE MAX WELTI, ZÜRICH AND FROM VARIOUS SOURCES, Christie's Great Rooms, London (29.11.1982), Kat. Nr. 25A, Abb. S. 53, Erw. S. 53

MEISTERWERKE DER MODERNE. MASTERPIECES OF THE MODERNS, Ausst.-Kat. Galerie Gmurzynska, Köln (06–07/1982), 1982, Abb. S. 51, Erw. S. 50

Clemens Weiler: ALEXEJ JAWLENSKY. KÖPFE. GESICHTE. MEDITATIONEN, Hanau: Dr. Hans Peters Verlag, 1970, Kat. Nr. K 142 3/1918, Erw. S. 143

Armin Kesser: »Alexej von Jawlensky zum hundertsten Geburtstag (26. März 1964)«, in: DIE KUNST UND DAS SCHÖNE HEIM. MONATSSCHRIFT FÜR MALEREI, PLASTIK, GRAPHIK, ARCHITEKTUR UND WOHNKULTUR, 62. Jg. H. 9 (Juni 1964), S. 377–382, Abb. S. 382

Clemens Weiler: ALEXEJ JAWLENSKY, Köln: DuMont Schauberg, 1959, Kat. Nr. 244

ALEXEJ VON JAWLENSKY, Ausst.-Kat. Städtische Galerie im Lenbachhaus, München (17.07.–13.09.1964), Kat. Nr. 104, Erw. S. *

Weitere Werke