Wettertannen
Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938)
um 1919
Bleistift und Aquarell auf Karton
Bildmaß 38,0 x 50,0 cm
Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See
Inventarnummer: 1.00244
Alternativer Titel: Tannenwald
Zeichnung, Wasserfarben
KVZ/WVZ: NACHLASS E. L. KIRCHNER A Da/Aa 1
Ort: Europa, Schweiz, Graubünden, Davos
Sammlungsbereich:
Arbeiten auf Papier
Künstler/in: Ernst Ludwig Kirchner
Reproduktion: Nikolaus Steglich, Starnberg
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Beschreibung
Dem deutschen Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm (DWB) nach beschreibt der Begriff der Wettertanne »vorwiegend in den Alpenländern 'einzeln stehende tanne oder fichte mit ausgebreiteten ästen, unter denen das weidevieh gegen unfreundliches wetter schutz findet«. Zwar lässt sich auf dieser Darstellung nicht feststellen, ob die dargestellten Tannen dem Wetterschutz dienen, der Titel ist jedoch zum einen umseitig überliefert und reiht sich zum anderen ein in ein Darstellungsthema, mit dem sich Ernst Ludwig Kirchner ab spätestens 1919 gemäß seinem Tagebucheintrag beschäftigt.Einer der wenigen im Archiv der Eheleute Buchheim gefundenen Rechnungen nach erwirbt Lothar-Günther Buchheim die Papierarbeit am 02.06.1990 in der Auktion Nr. 14 in der Villa Grisebach in Berlin als Los-Nr. 345. Der verso unten links überlieferte Nachlass-Stempel belegt, dass sich das Aquarell bis mindestens 1946, als der künstlerische Kirchner-Nachlass zur Inventarisierung und treuhänderischen Verwahrung an das Kunstmuseum Basel übergeben wird, noch im Eigentum der Erben Kirchners befunden hat.
Die Provenienz zwischen 1933 und 1946 ist rekonstruierbar und unbedenklich, so dass ein NS-verfolgungsbedingter Hintergrund ausgeschlossen werden kann. Wir freuen uns über weiterführende Auskünfte zum Verbleib der Zeichnung zwischen 1946 und 1990
JL
26.04.2024
Beschriftungen
rekto u. m. r. signiert (in Bleistift): E L Kirchnerverso u. l. beschriftet (in Bleistift): 109a [durchgestrichen] Da Aa 1
verso u. l. Nass-Stempel (in Violett, in Tinte beschriftet): NACHLASS / E.L.KIRCHNER / A Da/Aa 1 [L.1570b]
verso u. r. beschriftet (in Bleistift): No. 4
verso u. r. betitelt (in Bleistift): 10 Wettertannen
Provenienz
bis mind. 1946: Nachlass E. L. Kirchner [1][...]
02.06.1990: Villa Grisebach, Berlin, Auktion Nr. 14, Nr. 356, eingeliefert von Unbekannt
02.06.1990–22.02.2007: Lothar-Günther Buchheim (1918–2007) und Diethild Buchheim (1922–2014), Feldafing, erworben in Villa Grisebach, Berlin
seit 22.02.2007: Buchheim Stiftung, Feldafing/Bernried, erworben im Erbgang von Lothar-Günther Buchheim (1918–2007) und in konkludenter Schenkung von Diethild Buchheim (1922–2014), Feldafing
JL
03.05.2024
Sammlung Buchheim
Ausstellungen
GIPFELTREFFEN – ERNST LUDWIG KIRCHNER UND BERND ZIMMER, Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See, 18.07.2015–11.10.2015EXPRESSIONISTEN. SAMMLUNG BUCHHEIM, Haus der Kunst, München, 29.07.1998–18.10.1998
Literatur
GIPFELTREFFEN ERNST LUDWIG KIRCHNER BERND ZIMMER, hrsg. v. Daniel J. Schreiber, m. Texten von Ernst Ludwig Kirchner, Daniel J. Schreiber, Bernd Zimmer, Ausst.-Kat. Buchheim Museum, Bernried (18.07.–11.10.2015), Feldafing: Buchheim Verlag, 2015, Abb. S. 44EXPRESSIONISTEN. SAMMLUNG BUCHHEIM, hrsg. i. Auftrag der »Freunde des Buchheim-Museums und der Buchheim Stiftung e. V.«, m. Texten von Christoph Vitali, Carla Schulz-Hoffmann, Hans Krieger, Clelia Segieth, Lothar-Günther Buchheim, Ellen Maurer, Ausst.-Kat. Haus der Kunst, München (29.07.–18.10.1998), Feldafing: Buchheim Verlag, 1998, Kat. Nr. 208
KUNST DES 19. UND 20. JAHRHUNDERTS, Auktion Nr. 14 Villa Grisebach, Berlin (02.06.1990), Kat. Nr. 356, Abb. S. o. S.
ÖLBILDER, AQUARELLE, GRAFIK VON ERNST LUDWIG KIRCHNER, Ausst.-Kat. Galerie Bremer, Berlin (12.01.–28.02.1947), 1947, Kat. Nr. evtl. 54