Häuser

Béla Czóbel

1922

Öl auf Leinwand

Bildmaß 72,0 x 81,5 cm
Rahmenmaß 86,5 x 96,0 x 5,0 cm


Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See


Inventarnummer: 0.00061

Alternativer Titel: Häuserszene; Houses

Malerei, Ölfarben


Sammlungsbereich: Gemälde

Künstler: Czóbel


© VG Bild-Kunst, Bonn; Reproduktion: Nikolaus Steglich, Starnberg
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Beschreibung

»Ich habe die Niederlande für Berlin verlassen. Meine Frau war in der Stadt und ich hatte ein Atelier dort«, erinnert sich Béla Czóbel. Drei Jahre nach seinem Umzug nach Berlin entsteht das Bild »Häuser«. Es stellt den Ausblick aus einem Fenster auf eine karge spätherbstliche Stadt dar. Die Bäume tragen kein Laub, rote und blaue Häuserdächer sind zu sehen. Es ist eine urbane Impression, von der einige andere in den 1920er-Jahren in Berlin entstehen.

Auch für dieses Gemälde ist der Zeitpunkt des Eingangs in die Sammlung Lothar-Günther und Diethild Buchheims nicht gesichert überliefert. Vom 29.07.1998–18.10.1998 wird es als »Häuserszene« als Teil der Sammlung Buchheim im Haus der Kunst in München öffentlich ausgestellt. Am 04.12.1963 schreibt der Maler Hans Purrmann dem Sammler Buchheim in einem Brief, der im Archiv der Eheleute Buchheim überliefert ist, dass er sich freue, »[...] dass Sie auch seine [gemeint ist Czóbel, um dem es im Absatz vorher geht] Bilder schön finden und sogar drei Bilder von ihm jetzt besitzen«. Die Nutzung des Adverbs »jetzt« legt einen Erwerbszeitpunkt kurz vor bzw. um das Verfassungsdatum des Briefes nahe.

Archivalien wie Rechnungsunterlagen zu dem Gemälde sind bisher nicht bekannt. Im Archiv des Buchheim Museums konnte jedoch ein zweiseitiges Typoskript identifiziert werden, das Hinweise zur Herkunft einiger Werke der Sammlung liefert. Im Dokument »Erwerbungsgeschichten von Buchheim. LGB am 3.4.1998« sind Erinnerungsmomente als Stichworte oder mündlichen Rede Lothar-Günther (1918–2007) und Diethild Buchheims (1922 –2014) zur Provenienz weniger Gemälde und Arbeiten auf Papier festgehalten worden. Unter Nummer 7 bezieht sich Ditti Buchheim auf das Ehepaar Bernard in Paris als Vorbesitzer der drei Ölbilder Czóbels in der Sammlung Buchheim. Die im Archiv der Eheleute Buchheim bisher identifizierte Korrespondenz zwischen Käte und Victor Bernard, die sich nach ihrer Emigration aus Berlin 1933 in einem Vorort von Paris, in Bellevue/Seine et Oise niederlassen, datiert auf die Jahre 1958 bis 1962. Diese liefert jedoch keine Herkunftshinweise zu dem Ölbild »Häuser«.

Die Recherchen zur frühen Schaffenszeit Czóbels 1919–1925, die der Kurator des Czóbel-Museums in Szentendre (Ungarn) durchführt, erbrachten bisher keinen Hinweis auf die drei Werke in der Sammlung Buchheim. Auch ein Werkstattbuch oder Inventar dieser Jahre ist bisher nicht bekannt. Das Archiv des 2011 verstorbenen Kunsthistorikers Werner J. Schweiger mit den Unterlagen für eine von ihm geplante Publikation »Lexikon des Kunsthandels der Moderne im deutschsprachigen Raum 1905-1937«, die sich heute in der Berlinischen Galerie befinden, dokumentiert, dass mehrere Berliner Galerien , insbesondere die Galerie Dr. Goldschmidt-Dr. Wallerstein Einzel- und Gruppenausstellungen mit Werken des ungarischen Malers zwischen 1921 bis 1925 organisiert. Begleitende Ausstellungskataloge dieser Kunsthandlung sind gleichwohl nicht überliefert, so dass die Provenienz des Bildes zwischen 1933 bis 1945 nicht eindeutig geklärt werden konnte und als nicht zweifelsfrei unbedenklich eingestuft wird. Die Herkunft muss nach derzeitigem Forschungsstand weiter erforscht werden. Bitte wenden Sie sich an uns, wenn Sie weiterführende Hinweis haben.

JL

Beschriftungen

rekto r. m. signiert und datiert (in brauner Farbe): Czobel 22
Keilrahmen u. l. Klebeetikett (bedruckt und gestempelt): [...4...] / [...] DATE [...] / [...] 26 [...]
Keilrahmen u. r. Klebeetikett (in Tusche beschriftet): 1067 / Bela Czobel / Häuser
Rückwand o. l. Klebeetikett (bedruckt): 678 Béla Czobel / Häuserszene * / Leinwand, 72:81,5 cm
Rückwand o. l. Klebeetikett (bedruckt): Bitte nicht öffnen und zurück an: / [Phönix] Buchheim Musuem der Phantasie / Am Hirschgarten 1 / 82347 Bernried / Fon: +49-8158-997020 / Fax: +49-8158-997061 / info@buchheimmuseum.de
Rückwand o. l. Klebeetikett (bedruckt): BUCHHEIM / MUSEUM [Phönix] / MIROGARD PROTECT / nicht abkleben / do not tape
Rückwand o. r. beschriftet (in schwarzem Filzstift): 0.00061
Rückwand u. l. beschriftet (in schwarzem Filzstift): 1067 / Bela Czabel [sic] / Häuser

Provenienz

[...]
o. D.–vor/um 04.12.1963: vmtl. Käte Bernard-Robinson (1883–?) und Victor Bernard (1888–?), Berlin/Bellevue (Seine-et-Oise)
vor/um 04.12.1963–22.02.2007: Lothar-Günther (1918–2007) und Diethild Buchheim (1922–2014), Feldafing, vmtl. erworben von Käte Bernard-Robinson (1883–?) und Victor Bernard (1888 –?), Berlin/Seine et Oise
seit 22.02.2007: Buchheim Stiftung, Feldafing/Bernried, erworben im Erbgang von Lothar-Günther Buchheim (1918–2007) und in konkludenter Schenkung von Diethild Buchheim (1922–2014), Feldafing

JL

Sammlung Buchheim

Ausstellungen

CZÓBEL RECONSIDERED 3.0, Ferenczy Museum Centre, Szentendre, 04.05.2018–07.04.2019
EXPRESSIONISTEN. SAMMLUNG BUCHHEIM, Haus der Kunst, München, 29.07.1998–18.10.1998

Literatur

CZÓBEL. A FRENCH HUNGARIAN PAINTER, Ausst.-Kat. Ferenczy Museum, Szentendre (30.05.–31.08.2014), 2014, Kat. Nr. 152, Abb. S. 102
EXPRESSIONISTEN. SAMMLUNG BUCHHEIM, hrsg. i. Auftrag der »Freunde des Buchheim-Museums und der Buchheim Stiftung e. V.«, m. Texten von Christoph Vitali, Carla Schulz-Hoffmann, Hans Krieger, Clelia Segieth, Lothar-Günther Buchheim, Ellen Maurer, Ausst.-Kat. Haus der Kunst, München (29.07.–18.10.1998), Feldafing: Buchheim Verlag, 1998, Kat. Nr. 678 (ohne Abb.)

Weitere Werke des Künstlers