Am Landwehrkanal Berlin

Max Kaus

1920

Öl auf Leinwand, auf Spanplatte

Bildmaß 55,8 x 71,0 cm
Rahmenmaß 59,0 x 74,0 x 2,0 cm


Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See


Inventarnummer: 0.00088

Malerei, Ölfarben

KVZ/WVZ: Schmitt-Wischmann 22

Ort: Europa, Deutschland, Berlin


Sammlungsbereich: Gemälde

Künstler: Kaus


© VG Bild-Kunst, Bonn; Reproduktion: Nikolaus Steglich, Starnberg
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Beschreibung

Ab 1920 zieht es Kaus und seine erste Frau, die Porzellanmalerin Getrud Kant (1892–1944), für Reisen ans Wasser. Bilder, die das Wasser in der Reihe der Badenden oder Landschaften zum Motiv haben, entstehen, darunter auch »Am Landwehrkanal Berlin«. Der Kanal zieht sich als blaues Band vom Bildvordergrund in die Bildmitte. Links am Ufer steht eine Baumreihe, die sich am hinteren Teil des Kanals im Wasser spiegelt. Es ist ein Bild, das Ruhe und Melancholie ausstrahlt.

»Am Landwehrkanal Berlin« ist nachweislich eine von neun Leihgaben für die große KAUS-Ausstellung im Museum Folkwang und Kunstverein Hannover 1960/61 von Lothar-Günther Buchheim aus Feldafing. Buchheim ist nicht nur durch den ausstellungsbezogenen Schriftverkehr im Archiv der Eheleute Buchheim in Bernried, sondern auch in der Korrespondenzen zwischen Kaus und dem Direktor des Museum Folkwang Heinz Köhn im Deutschen Kunstarchiv in Nürnberg (NL Kaus, Max) als Leihgeber für die Ausstellung überliefert. In einem Briefentwurf an Köhn verweist Kaus zwar darauf, dass die »Buchheim‘sche Sammlung« auf Auktionen und aus Privatbesitz erworben sei, werkspezifische Angaben fehlen jedoch. Eine Überprüfung der umfangreich überlieferten und teilweise annotierten Auktionskataloge in der Bibliothek der Eheleute Buchheim hat keine Hinweise für einen Erwerb dieses oder eines der anderen Gemälde von Max Kaus auf einer Auktion vor 1960 erbracht. Gesichert dokumentiert ist, dass Kaus und Buchheim sich nahestanden und Kaus dem Sammler bereits 1958 drei Leinwände, die er ihm zusandte, schenken wollte. Er schreibt dazu: »Die zuletzt gesandten 3 Leinwände wollte ich Ihnen schenken. Sie haben soviel Mühe mit all dem u.s.w. Das schliesst natürlich nicht aus, dass Sie noch wieder anders aussuchen können.« Auch an dieser Stelle macht Kaus keine werkspezifischeren Angaben wie Titel oder Bildgröße, die einzelnen Ölbildern aus dem Buchheim Museum zuzuordnen wären. Ob Kaus sich mit der im Ausstellungskontext 1960 dokumentierten Bemerkung eines Erwerbs der Buchheim’schen Sammlung auf Auktionen und aus Privatbesitz auch auf seine Schenkungen bezieht, kann nur vermutet werden. Ebenso könnte er sich auf Erwerbungen durch bekannte oder unbekannte Dritte aus Buchheims Netzwerk bezogen haben, wie z. B. dem Ehepaar Käte Bernard-Robinson (1883–?) und Victor Bernard (Lebensdaten unbekannt) aus deren Vorbesitz mindestens ein Gemälde sowie ein großes Konvolut an Kaus’scher Grafik stammt.

So kann auch für »Am Landwehrkanal Berlin« wie für viele andere Gemälde von Max Kaus aus dem Buchheim Museum die Herkunft des Bildes vor August 1960 im Rahmen des laufenden Forschungsprojektes nicht geklärt und die Provenienzlücke nicht geschlossen werden.

JL

Beschriftungen

rekto u. l. signiert und datiert (in schwarzer Farbe): MKaus 20
verso o. l. beschriftet (eigenhändig, in blauer Farbe): 1x gewachst
verso o. l. signiert, betitelt und datiert (in bleuer Farbe): MAX KAUS / 1920 / Am Landwehr Kanal. / Berlin
verso u. l. beschriftet (eigenhändig, in blauer Farbe): Besitzer: / L.G.Buchheim / Feldafing [eingekreist]
verso u. r. Klebeetikett (in schwarzem Filzstift beschriftet): 0.00088

Provenienz

[...]
vor 09/1960–29.06.1996: Lothar-Günther Buchheim (1918–2007) und Diethild Buchheim (1922–2014), Feldafing
seit 29.06.1996: Buchheim Stiftung, Feldafing/Bernried, erworben als Schenkung von Lothar-Günther Buchheim (1918–2007) und Diethild Buchheim (1922–2014), Feldafing

JL

Sammlung Buchheim

Ausstellungen

JAWLENSKY, BECKMANN, KAUS – SAMMLUNG BUCHHEIM, Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See, 16.02.2019–05.05.2019
MAX KAUS. GEMÄLDE, TEMPERABLÄTTER UND GRAPHISCHE ARBEITEN 1916–1960, Kunstverein Hannover, Hannover, 22.01.1961–19.02.1961
MAX KAUS. GEMÄLDE, TEMPERABLÄTTER UND GRAPHISCHE ARBEITEN 1916–1960, Museum Folkwang, Essen, 9–12/1960

Literatur

Ursula Schmitt-Wischmann: MAX KAUS. WERKVERZEICHNIS DER GEMÄLDE, Berlin: Nicolai, 1990, Kat. Nr. 22, Erw.-Seite 84
MAX KAUS. GEMÄLDE TEMPERABLÄTTER UND GRAPHISCHE ARBEITEN 1916–1960, Ausst.-Kat. Kunstverein Hannover (22.01.–19.02.1961), Essen: Webels, 1961, Kat. Nr. 9
MAX KAUS. GEMÄLDE TEMPERABLÄTTER UND GRAPHISCHE ARBEITEN 1916–1960, Ausst.-Kat. Museum Folkwang, Essen, 1960, Kat. Nr. 9

Weitere Werke des Künstlers