Paar im Spiegel

Max Kaus

1925

Öl auf Leinwand

Bildmaß 88,0 x 75,0 cm
Rahmenmaß 91,0 x 77,5 x 6,0 cm


Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See


Inventarnummer: 0.00052

Alternativer Titel: Selbstbildnis im Spiegel

Dargestellte Personen: Max Kaus

Malerei, Ölfarben

KVZ/WVZ: Schmitt-Wischmann 79


Sammlungsbereich: Gemälde

Künstler: Kaus


© VG Bild-Kunst, Bonn; Reproduktion: Nikolaus Steglich, Starnberg
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Beschreibung

Es handelt sich um ein Selbstbildnis, auf dem sich der Maler Kaus im Spiegel zusammen mit seiner ersten Frau, Gertrude Kant, im Brustporträt darstellt. Das Bild entsteht ein Jahr nach ihrer Heirat und den Umzug in die Mommsenstraße in Berlin-Charlottenburg und fällt damit in eine Phase von Kaus’ Schaffen, in der der Maler seinen Stil weiterentwickelt, in dem er Abstand zu den Formen des Expressionismus, der manieristischen Zuspitzung und Schärfung der Formen, findet. Seine Formen werden runder und strahlen eine neue Ruhe aus.

Kaus blickt den Betrachter aus dem Spiegel heraus frontal an. Rechts neben ihm steht seine Frau. Im Spiegelbild ist nur ihre obere Gesichtshälfte zu sehen, da es von einem direkt vor dem Spiegel stehenden hochgewachsenen Stängel mit üppigen grünen Blättern und roten Blüten in einer gläsernen Vase verdeckt ist. Der Spiegelrahmen ist am oberen Rand beschnitten. Vor dem Spiegel sind neben der Vase einige Gegenstände zu sehen, die alle auf einer schmalen Tischdecke mit Fransen stehen: eine blauweiße Porzellanschale, ein kleiner weißer Krug und rechts neben der Vase liegt eine Zeitung. Die hier durch den linken Bildrand nur beschnitten dargestellte Porzellanschale mit blau-weißem Dekor ist auch in einem heute verschollenen Stillleben von 1924 Bildgegenstand.

Dem Werkverzeichnis von Schmitt-Wischmann nach entstehen zwischen 1911 und 1946 mindestens acht als ›Selbstbildnisse‹ geführte Selbstporträts sowie dieses Doppelbildnis im Spiegel. Nicht alle überdauern den Krieg. Letzteres ist im Werkverzeichnis von 1990 nicht als Selbstbildnis, sondern unter dem Titel »Paar im Spiegel« geführt. Verso auf dem Keilrahmen des Gemäldes des Buchheim Museums befindet sich der alternative Titel »Selbstbildnis im Spiegel« – eine Bezeichnung in schwarzem Filzstift, von der unklar ist, von wem oder von wann sie stammt. Rechts daneben ist der Keilrahmen mit der Inschrift »Wetzger [?] / Pasing« in blauem Kugelschreiber bezeichnet. Es könnte sich hierbei um einen Hinweis auf einen möglichen Vorbesitzer aus dem Stadtteil Pasing in München handeln. Recherchen in digitalen Adressbüchern der Stadt München, ancestry.de sowie dem grob chronologisch sortierten Schriftverkehr aus den Ordnern »Künstlerbriefe« und »Archiv Uralt« aus dem Archiv der Eheleute Buchheim inklusive des Schriftverkehrs zwischen den Buchheims und Max Kaus (AF-BD-4), blieben jedoch ergebnislos.

JL

Beschriftungen

Keilrahmen o. beschriftet (in schwarzem Filzstift): SELBSTBILDNIS IM SPIEGEL M. KAUS
Keilrahmen o. r. beschriftet (in blauem Kugelschreiber): Wetzger [?] / Pasing
Rückwand o. l. Klebeetikett: [...]
Rückwand o. l. Klebeetikett: [...]
Rückwand u. l. beschriftet (in schwarzem Filzstift): M. KAUS / Selbstbildnis / im Spiegel

Provenienz

[...]
o. D.: Wetzger [?], München-Pasing
[...]
spät. 1990–22.02.2007: Lothar-Günther Buchheim (1918–2007) und Diethild Buchheim (1922–2014), Feldafing
seit 22.02.2007: Buchheim Stiftung, Feldafing/Bernried, erworben im Erbgang von Lothar-Günther Buchheim (1918–2007) und in konkludenter Schenkung von Diethild Buchheim (1922–2014), Feldafing

JL

Sammlung Buchheim

Ausstellungen

EIN FEST FÜRS AUGE. BUCHHEIMS EXPRESSIONISTEN, Kunsthalle Emden Stiftung Henri und Eske Nannen Schenkung Otto van de Loo, Emden, 26.09.2015–17.01.2016
EXPRESSIONISMUS2 – DIE SAMMLUNGEN BUCHHEIM + NANNEN, Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See, 14.03.2015–05.07.2015
EXPRESSIONISTEN. SAMMLUNG BUCHHEIM, Haus der Kunst, München, 29.07.1998–18.10.1998

Literatur

MAX KAUS. SELBSTBILDNIS, Buchheim Kunstkarte 119
EXPRESSIONISTEN. SAMMLUNG BUCHHEIM, hrsg. v. im Auftrag der »Freunde des Buchheim-Museums und der Buchheim Stiftung e. V.«, m. Texten von Christoph Vitali, Carla Schulz-Hoffmann, Hans Krieger, Clelia Segieth, Lothar-Günther Buchheim, Ellen Maurer, Ausst.-Kat. Haus der Kunst, München (29.07.–18.10.1998), Feldafing: Buchheim Verlag, 1998, Kat. Nr. 615, Abb. S. ohne
Ursula Schmitt-Wischmann: MAX KAUS. WERKVERZEICHNIS DER GEMÄLDE, Berlin: Nicolai, 1990, Kat. Nr. 79, Erw. S. 90
Ernst Thiele: POSTKARTEN ZUR DEUTSCHEN KUNST DES 20. JAHRHUNDERTS: EINE BILBIOGRAPHIE, hrsg. v. Deutschen Kunstrat und der deutschen Sektion der IAPA, 2. erg. Aufl., Mainz: Egebrecht-Presse, 1966, Erw. S. 76

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