Tulpen und Calla

Max Kaus

1926

Öl auf Leinwand

Bildmaß 90,0 x 74,0 cm


Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See


Inventarnummer: 0.00089

Malerei, Ölfarben

KVZ/WVZ: Schmitt-Wischmann 110


Sammlungsbereich: Gemälde

Künstler: Kaus


© VG Bild-Kunst, Bonn; Reproduktion: Nikolaus Steglich, Starnberg
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Beschreibung

Erst ab 1922 wendet sich Kaus der Darstellung von Pflanzen in Stillleben und der Natur in Landschaftsbildern zu. Das Ölbild »Tulpen und Calla« entsteht 1926. Es stellt drei Blumenvasen dar, prachtvoll gefüllt mit roten und rosa-weiß gestreiften Tulpen, weißer Calla und apricotfarbenen Rosen. Im Bildhintergrund setzt sich die Blumenpracht in einem vom Bildrand beschnittenen Spiegel fort. Im Vergleich zu Kaus‘ früher entstandenen Bildern fällt auf, dass er sich stärker mit bildlichen Details beschäftigt. So fällt zum Beispiel der Frauenakt auf, der auf den linken Vasenbauch zu sehen ist und seine Fortsetzung im Spiegelbild findet.

Ausgehend vom Objekt konnten keine Erkenntnisse zu möglichen Vorbesitzern auf der Bildrückseite gefunden werden. Die Überprüfung des umfangreichen Schriftwechsels zwischen Kaus und den Buchheims, das im Archiv der Eheleute Buchheim in Bernried überliefert ist (Sign. AF-BD-4), erbrachte ebenfalls keine werkspezifischen Informationen. Auch die aus dem Nachlass von Max Kaus (NL Kaus, Max) sowie seinem Kunsthändler Eberhard Seel (NL Seel, Eberhard) stammenden, im Deutschen Kunstarchiv in Nürnberg eingesehenen Quellen boten keine werkspezifischen Hinweise zur Provenienz von »Tulpen und Calla« oder möglichen Ausstellungsteilnahmen. Ein Inventarbuch oder Rechnungsunterlagen zu dem Bild konnten in den bisher erschlossenen Primärquellen des Buchheim Museums ebenso wenig identifiziert werden.

In der Bibliothek der Eheleute Buchheim befand sich aber eine Ausgabe der Zeitschrift DIE KUNST UND DAS SCHÖNE HEIM. MONATSSCHRIFT FÜR MALEREI, PLASTIK, GRAPHIK, ARCHITEKTUR UND WOHNKULTUR, worin im Juni 1965 ein Aufsatz von Buchheim zu Kaus veröffentlicht wurde. Auf dem Titelblatt ist »Tulpen und Calla« zu sehen. Der in der Zeitschrift publizierte Quellenverweis besagt, dass die Originalvorlage für das Titelbild freundlicherweise von dem Verleger Lothar-Günther Buchheim zur Verfügung gestellt wurde. Buchheim muss das Bild daher vor Juni 1965 erworben haben. Möglicherweise handelt es sich um ein Geschenk des Künstlers, denn ein Brief von 1958 dokumentiert Kaus‘ Absicht dem Ehepaar Buchheim mindestens drei, nicht weiter beschriebene, Leinwände zu schenken. Buchheim könnte das Bild aber ebenso aus seinem Netzwerk an Händlern und Privatpersonen vor Juni 1965 erworben haben. Die Provenienzlücke zwischen Entstehung von »Tulpen und Calla« und der Abbildung des Bildes auf dem Titelblatt der Zeitschrift DIE KUNST UND DAS SCHÖNE HEIM konnte während des laufenden Forschungsprojektes nicht geschlossen werden.

JL

Beschriftungen

rekto u. r. signiert (in schwarzer Farbe): MKaus
verso o. l. signiert, betitelt und datiert (in schwarzer Farbe): MKaus Tulpen u. Calla / 26

Provenienz

[...]
vor 06/1965–29.06.1996: Lothar-Günther Buchheim (1918–2007) und Diethild Buchheim (1922–2014), Feldafing
seit 29.06.1996: Buchheim Stiftung, Feldafing/Bernried, erworben als Schenkung von Lothar-Günther Buchheim (1918–2007) und Diethild Buchheim (1922–2014), Feldafing

JL

Sammlung Buchheim

Literatur

Ursula Schmitt-Wischmann: MAX KAUS. WERKVERZEICHNIS DER GEMÄLDE, Berlin: Nicolai, 1990, Kat. Nr. 110, Erw.-Seite 94
Lothar-Günther Buchheim: »»Max Kaus: Figürliche Bilder««, in: DIE KUNST UND DAS SCHÖNE HEIM. MONATSSCHRIFT FÜR MALEREI, PLASTIK, GRAPHIK, ARCHITEKTUR UND WOHNKULTUR, 63. Jg., H. 9 (06/1965), S. 372–377, Abb. S. Titel

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