Max Pechstein (1881–1955)

Hermann Max Pechstein



Fotograf unbekannt; Archiv Pechstein, Hamburg


Der in Zwickau geborene Max Pechstein erhält nach der Lehre zum Dekorationsmaler eine umfassende künstlerische Ausbildung in Dresden: zuerst an der Königlichen Kunstgewerbeschule bei Heinrich Tessenow (1876–1950), anschließend in der Meisterklasse von Otto Gussmann (1869–1926) an der Kunstakademie. 1906 lernt er Erich Heckel (1883–1970) kennen und tritt der Künstlervereinigung »Brücke« bei. Dank des »Sächsischen Staatsstipendiums für Malerei« kann Pechstein 1907 nach Italien reisen. Von dort wechselt er in die Kunstmetropole Paris, wo er 1907/08 für einige Monate lebt.
Bei seiner Rückkehr zieht Pechstein nach Berlin, wird dort Mitglied der »Berliner Secession« und ist bei einigen Ausstellungen vertreten. Im Sommer 1909 reist er an die Kurische Nehrung, nach Nidden. 1910 weist die »Berliner Secession« seine zur Ausstellung eingereichten Bilder und die vieler anderer junger Künstler zurück. Daraufhin tritt Pechstein aus und gründet u. a. mit Georg Tappert (1880–1957) die »Neue Secession«, die im Gegensatz zur »Berliner Secession« vor allem expressionistische Kunst fördert. Als Kirchner und Heckel 1911 nach Berlin ziehen, gründet Pechstein mit Kirchner das MUIM-Institut »Moderner Unterricht in Malerei«, das jedoch keinen Erfolg hat. 1912 führt Pechsteins Einzelteilnahme an einer Ausstellung der »Berliner Secession«, trotz der Verabredung der »Brücke«-Künstler nur noch als Gruppe auszustellen, zu seinem Ausschluss aus der »Brücke«.
Wolfgang Gurlitt (1888–1965), der als wichtigster Förderer Pechsteins gilt, übernimmt ab 1913 seine Vertretung. Mithilfe seiner finanziellen Unterstützung kann Pechstein 1914 nach Palau in die Südsee reisen, wo ihn der Ausbruch des Ersten Weltkriegs überrascht. Nach einer abenteuerlichen Rückkehr wird er Soldat und kommt an die Westfront. In den Nachkriegsjahren entstehen viele Werke, in denen er seine Erlebnisse verarbeitet, beispielsweise der Zyklus »Sommeschlacht«. Die Novemberrevolution 1918 beeindruckt Pechstein tief und er gründet gemeinsam mit weiteren Künstlern die »Novembergruppe« und den »Arbeitsrat für Kunst«. Er lebt und arbeitet in Berlin, Reisen führen ihn seit 1921 an die pommersche Küste nach Leba, da Nidden nun nicht mehr zum Deutschen Reich, sondern zu Litauen gehört. Ab 1921 ist das Verhältnis zwischen Pechstein und Gurlitt zerrüttet. Per Gerichtsbeschluss fordert Pechstein Anfang 1923 die Rückgabe der Werke, die sich in Gurlitts Besitz befinden, und es kommt zum endgültigen Bruch. Auf Einladung des Sammlers Walter Minnich (1946–1964) verbringt Pechstein 1923/24 mehrere Monate in Montreux. Er wird Mitglied der Preußischen Akademie der Künste verbunden mit der Verleihung des Professorentitels. 1928 tritt Pechstein wieder der »Berliner Secession« bei. Er erhält viele nationale und internationale Aufträge und kann seine Werke gewinnbringend verkaufen.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wendet sich das Blatt für den bis dato erfolgreichen Pechstein und er muss einen »Ariernachweis« erbringen. Die für Ausstellungen und Verkäufe seiner Werke notwendige Mitgliedschaft in der »Reichskammer der bildenden Künste« erhält er zwar, doch es folgen erste Diffamierungen seiner Werke. Im Rahmen der Aktion »Entartete Kunst« werden 1937 über 500 seiner Arbeiten in öffentlichen Sammlungen beschlagnahmt und Pechstein aus der Akademie der Künste ausgeschlossen. Drei seiner Bilder werden in der Galerie Fischer in Luzern zugunsten des Deutschen Reichs versteigert. Pechstein lebt in dieser Zeit zurückgezogen in Berlin und Leba.
Bei Kriegsende ist Pechstein in Pommern, kann aber kurz darauf nach Berlin zurückkehren. Er wird als Professor an die Hochschule für Bildende Künste berufen und lebt und arbeitet bis zu seinem Tod in West-Berlin. 1960 erscheinen die bereits 1946 verfassten »Erinnerungen« Pechsteins.

CD + RK
Biografie

Der in Zwickau geborene Max Pechstein erhält nach der Lehre zum Dekorationsmaler eine umfassende künstlerische Ausbildung in Dresden: zuerst an der Königlichen Kunstgewerbeschule bei Heinrich Tessenow (1876–1950), anschließend in der Meisterklasse von Otto Gussmann (1869–1926) an der Kunstakademie. 1906 lernt er Erich Heckel (1883–1970) kennen und tritt der Künstlervereinigung »Brücke« bei. Dank des »Sächsischen Staatsstipendiums für Malerei« kann Pechstein 1907 nach Italien reisen. Von dort wechselt er in die Kunstmetropole Paris, wo er 1907/08 für einige Monate lebt.
Bei seiner Rückkehr zieht Pechstein nach Berlin, wird dort Mitglied der »Berliner Secession« und ist bei einigen Ausstellungen vertreten. Im Sommer 1909 reist er an die Kurische Nehrung, nach Nidden. 1910 weist die »Berliner Secession« seine zur Ausstellung eingereichten Bilder und die vieler anderer junger Künstler zurück. Daraufhin tritt Pechstein aus und gründet u. a. mit Georg Tappert (1880–1957) die »Neue Secession«, die im Gegensatz zur »Berliner Secession« vor allem expressionistische Kunst fördert. Als Kirchner und Heckel 1911 nach Berlin ziehen, gründet Pechstein mit Kirchner das MUIM-Institut »Moderner Unterricht in Malerei«, das jedoch keinen Erfolg hat. 1912 führt Pechsteins Einzelteilnahme an einer Ausstellung der »Berliner Secession«, trotz der Verabredung der »Brücke«-Künstler nur noch als Gruppe auszustellen, zu seinem Ausschluss aus der »Brücke«.
Wolfgang Gurlitt (1888–1965), der als wichtigster Förderer Pechsteins gilt, übernimmt ab 1913 seine Vertretung. Mithilfe seiner finanziellen Unterstützung kann Pechstein 1914 nach Palau in die Südsee reisen, wo ihn der Ausbruch des Ersten Weltkriegs überrascht. Nach einer abenteuerlichen Rückkehr wird er Soldat und kommt an die Westfront. In den Nachkriegsjahren entstehen viele Werke, in denen er seine Erlebnisse verarbeitet, beispielsweise der Zyklus »Sommeschlacht«. Die Novemberrevolution 1918 beeindruckt Pechstein tief und er gründet gemeinsam mit weiteren Künstlern die »Novembergruppe« und den »Arbeitsrat für Kunst«. Er lebt und arbeitet in Berlin, Reisen führen ihn seit 1921 an die pommersche Küste nach Leba, da Nidden nun nicht mehr zum Deutschen Reich, sondern zu Litauen gehört. Ab 1921 ist das Verhältnis zwischen Pechstein und Gurlitt zerrüttet. Per Gerichtsbeschluss fordert Pechstein Anfang 1923 die Rückgabe der Werke, die sich in Gurlitts Besitz befinden, und es kommt zum endgültigen Bruch. Auf Einladung des Sammlers Walter Minnich (1946–1964) verbringt Pechstein 1923/24 mehrere Monate in Montreux. Er wird Mitglied der Preußischen Akademie der Künste verbunden mit der Verleihung des Professorentitels. 1928 tritt Pechstein wieder der »Berliner Secession« bei. Er erhält viele nationale und internationale Aufträge und kann seine Werke gewinnbringend verkaufen.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wendet sich das Blatt für den bis dato erfolgreichen Pechstein und er muss einen »Ariernachweis« erbringen. Die für Ausstellungen und Verkäufe seiner Werke notwendige Mitgliedschaft in der »Reichskammer der bildenden Künste« erhält er zwar, doch es folgen erste Diffamierungen seiner Werke. Im Rahmen der Aktion »Entartete Kunst« werden 1937 über 500 seiner Arbeiten in öffentlichen Sammlungen beschlagnahmt und Pechstein aus der Akademie der Künste ausgeschlossen. Drei seiner Bilder werden in der Galerie Fischer in Luzern zugunsten des Deutschen Reichs versteigert. Pechstein lebt in dieser Zeit zurückgezogen in Berlin und Leba.
Bei Kriegsende ist Pechstein in Pommern, kann aber kurz darauf nach Berlin zurückkehren. Er wird als Professor an die Hochschule für Bildende Künste berufen und lebt und arbeitet bis zu seinem Tod in West-Berlin. 1960 erscheinen die bereits 1946 verfassten »Erinnerungen« Pechsteins.

CD + RK

Ausstellungen

MAX PECHSTEIN, Hochschule für Bildende Künste, Berlin, 05.01.1952–03.02.1952
MAX PECHSTEIN, Kunstverein Braunschweig, Braunschweig, 18.04.1982–27.06.1982
DIX & PECHSTEIN. DER ERSTE WELTKRIEG IN BILDERN, Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See, 09.11.2018–24.03.2019

Literatur

Paul Fechter: DAS GRAPHISCHE WERK MAX PECHSTEINS, 1. Aufl., Berlin: Fritz Gurlitt Verlag, 1921
Max Pechstein: ERINNERUNGEN, hrsg. v. Leopold Reidemeister, Wiesbaden: Limes Verlag, 1960
Günter Krüger: DAS DRUCKGRAPHISCHE WERK MAX PECHSTEINS, hrsg. v. Max Pechstein Archiv, Hamburg, 1. Aufl., Tökendorf: R. C. Pechstein-Verlag, 1988
Aya Soika: MAX PECHSTEIN. DAS WERKVERZEICHNIS DER ÖLGEMÄLDE, Bd. 1 1905–1918; hrsg. v. Max Pechstein Urheberrechtsgemeinschaft, München: Hirmer Verlag, 2011
Aya Soika: MAX PECHSTEIN. DAS WERKVERZEICHNIS DER ÖLGEMÄLDE, Bd. 2 1919–1954; hrsg. v. Max Pechstein Urheberrechtsgemeinschaft, München: Hirmer Verlag, 2011

Werke

Blumenfenster, 1910

ohne Titel
aus der Serie »Sommeschlacht«; Blatt 1, 1917

Artillerietreffer auf den Unterstand
aus der Serie »Sommeschlacht«; Blatt 2, 1917

Vorgehender Spähtrupp
aus der Serie »Sommeschlacht«; Blatt 3, 1917

Soldat mit Verwundetem
aus der Serie »Sommeschlacht«; Blatt 4, 1917

Granateinschlag
aus der Serie »Sommeschlacht«; Blatt 5, 1917

ohne Titel
aus der Serie »Sommeschlacht«; Blatt 6, 1917

ohne Titel
aus der Serie »Sommeschlacht«; Blatt 7, 1917

Verwundetentransport
aus der Serie »Sommeschlacht«; Blatt 8, 1917

ohne Titel
aus der Serie »Sommeschlacht«; Blatt 9, 1917

ohne Titel
aus der Serie »Sommeschlacht«; Blatt 10, 1917

Nahkampf
aus der Serie »Sommeschlacht«; Blatt 11, 1917

ohne Titel
aus der Serie »Sommeschlacht«; Blatt 12, 1917

ohne Titel
aus der Serie »Sommeschlacht«; Blatt 13, 1917

ohne Titel
aus der Serie »Sommeschlacht«; Blatt 14, 1917

ohne Titel
aus der Serie »Sommeschlacht«; Blatt 15, 1917

ohne Titel
aus der Serie »Sommeschlacht«; Blatt 16, 1917

ohne Titel
aus der Serie »Sommeschlacht«; Blatt 17, 1917

ohne Titel
aus der Serie »Sommeschlacht«; Blatt 18, 1917

ohne Titel
aus der Serie »Sommeschlacht«; Blatt 19, 1917

ohne Titel
aus der Serie »Sommeschlacht«; Blatt 20, 1917

ohne Titel
aus der Serie »Sommeschlacht«; Blatt 21, 1917

ohne Titel
aus der Serie »Sommeschlacht«; Blatt 22, 1917

ohne Titel
aus der Serie »Sommeschlacht«; Blatt 23, 1917

ohne Titel
aus der Serie »Sommeschlacht«; Blatt 24, 1917

Auf Posten
aus der Serie »Sommeschlacht«; Blatt 25, 1917

Erlegung des Festbratens
aus »Der Sturm. Wochenschrift für Kultur und die Künste«; 2. Jg., H. 93, Januar 1912; limitierte Ausgabe, Titelblatt, 1911


Galerie


Weitere Künstler